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Haben Sie einen festen Partner? Falls ja: Prima, denn es ist
empirisch erwiesen, dass Gründer, die in einer Beziehung leben, signifikant häufiger selbständig bleiben als andere. Haben Sie keinen festen Partner? Dann können Sie daran auch nichts
ändern – zumindest nicht kurzfristig. Vielleicht bleiben diejenigen, die Partner und Familie ernähren müssen, ja deshalb selbständig, weil sie diese Verantwortung tragen, somit aber weniger flexibel sind, auf neue Chancen zu reagieren.
Zweifellos kann der Rückhalt durch Partner und Familie sehr hilfreich sein, wenn Sie hier die gerade in der Anfangsphase dringend benötigte emotionale Unterstützung erhalten. Häufig geht es aber auch um Finanzielles: Der Partner hat ein festes Einkommen, während der eigene Gewinn noch nicht zum Leben reicht. Nicht selten steht der Partner auch als Bürge für einen Kredit gerade. Von da ist es nur ein kleiner Schritt zur
aktiven Mitarbeit im Betrieb.
Selbständige übersehen oft, dass Partner und Familie viele Opfer bringen müssen:
- Als Selbständiger haben Sie kein festes Einkommen. Wenn Sie Hauptverdiener sind, ist die ganze Familie von dieser Unsicherheit betroffen und muss vielleicht Einschränkungen beim Lebensstandard akzeptieren.
- Wenn Sie im Home-Office arbeiten, muss die Familie besonders viel Rücksicht nehmen.
- Gerade in der Gründungsphase, aber auch wenn Ihr Unternehmen einen Wachstumsschub erlebt, beansprucht der Betrieb fast Ihre gesamte Energie. Sie haben weniger Zeit für Partner und Familie sowie für Erziehung und Hausarbeit. Für Ihren Partner bedeutet das zusätzliche Arbeit und Verantwortung.
- Wenn Sie weder Mitarbeiter noch eine Urlaubsvertretung haben, können Sie nicht längere Zeit in Urlaub fahren oder müssen während des Urlaubs ständig erreichbar sein.
- Häufig ist Gründern selbst nicht klar, wie groß die emotionale Belastung durch die Selbständigkeit sein kann. Ist Ihr Partner in solchen Situationen eine Hilfe oder verschärft er durch seine Reaktionen die Krisensituation noch?
- Sie haben sich als Frau erfolgreich selbständig gemacht? Nicht selten reagieren Männer darauf mit Selbstzweifeln und Unsicherheit.
Wenn Ihre persönliche Beziehung in eine Krise gerät, kann dies schnell auch zu einer geschäftlichen Krise führen und umgekehrt. Deshalb sollten Sie nicht nur über einen Businessplan, sondern auch über einen Familienplan verfügen. Das rät die amerikanische Autorin Azriela Jaffe, die mehr als 100 betroffene Paare interviewt hat. Beziehen Sie Ihren Partner möglichst von Anfang an in Ihre Entscheidungen mit ein. Erklären Sie, warum Sie kündigen und sich selbständig machen wollen.
Zeigen Sie Verständnis, wenn Ihr Partner Ihren Enthusiasmus nicht sofort teilt, sondern sich zunächst fragt, welche Auswirkungen Ihre Entscheidung für ihn hat.
Überlegen Sie, was Sie letztlich mit der Selbständigkeit erreichen möchten: Wollen Sie viel Geld verdienen, Ihre Zeit freier einteilen oder keinen Chef mehr vor der Nase haben? Kann Ihr Partner diese Vorstellungen nachvollziehen? Welche Vorteile ergeben sich für ihn? Wie lange wird es dauern, bis Sie von der Selbständigkeit leben können? Hat Ihr Partner so viel Geduld?
Nehmen Sie sich auch die Zeit, vorab über die Höhen und Tiefen der Selbständigkeit nachzudenken. Sind Sie in der Lage, mit Krisen umzugehen? Wie haben Sie und Ihr Partner sich in vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit verhalten? Wie reagierte Ihr Partner in Zeiten, in denen Sie beruflich viel unterwegs sein mussten?
„Entwickeln Sie Strategien, um mit solchen Situationen umzugehen und zugleich Liebe und Zuneigung wach zu halten“, rät Azriela Jaffe. Spielregeln wie „Keine Arbeit am Wochenende“ oder „Kein Laptop im Urlaub“ oder „Das Wochenende gehört der Familie“ sind sehr hilfreich. Das ist nicht immer durchzuhalten, doch sollten nur selten Ausnahmen gemacht werden.
Nicht nur für Partner und Familie, sondern auch für Ihre
Gesundheit essentiell ist, dass Sie möglichst von Anfang an
regelmäßig Urlaube einplanen. Beginnen Sie mit kürzeren und dafür häufigeren Abwesenheiten. Planen Sie diesen Zeiten schon ein ganzes Jahr im Voraus ein. Sonst kann es passieren, dass Sie Ihren Urlaub immer wieder verschieben, weil einmal Sie, dann wieder Ihr Partner keine Zeit hat oder Sie doch noch einen interessanten Auftrag annehmen. Nutzen Sie die Freiheit, auch einmal einen Tag unter der Woche frei zu nehmen. Falls Sie keine Mitarbeiter beschäftigen, bauen Sie sich ein Netzwerk mit Kollegen auf, sodass Sie sich während des Urlaubs gegenseitig vertreten können. Besonders einfach ist das, wenn Sie in einer Bürogemeinschaft arbeiten.
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