Aus Buhl Unternehmerwiki
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Woher bekomme ich Vergleichszahlen? Von meiner Konkurrenz, von anderen Branchen, vom Bundesdurchschnitt?
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Bei der Beurteilung Ihrer Umsatz-, Kosten- und Gewinnsituation tun Sie tatsächlich gut daran, ein Blick über den betrieblichen Tellerrand zu werfen. Brauchbare Informationsquellen gibt es inzwischen an vielen Stellen. Orientieren Sie sich dabei nach Möglichkeit an den Branchenbesten: Denn wer sich auf Dauer mit dem Durchschnitt zufriedengibt, darf sich über mittelmäßige Ergebnisse nicht wundern. |
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Gut, dass Sie nach Vergleichszahlen fragen: Denn auch wenn Ihr Unternehmen zweifellos etwas ganz Besonderes ist, viele der Rahmenbedingungen sind bei der Konkurrenz doch ganz ähnlich – angefangen bei der Konjunkturlage über die Kosten- und Personalstruktur bis hin zu den Kundenerwartungen. Zwar sollten Sie Branchenvergleiche nicht zum Maß aller Dinge machen, bei den wichtigsten betrieblichen Kennzahlen lohnt es sich aber auf jeden Fall zu wissen, wie Sie gegenüber dem Wettbewerb dastehen. Vergleiche sind kein Selbstzweck, doch können sie Ihnen wichtige Hinweise geben, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen und wo Sie bei der Weiterentwicklung am besten ansetzen. Die wichtigsten Informationsquellen im Überblick:
- Informationen über Ihre Konkurrenz bekommen Sie am einfachsten direkt vor Ort (zum Beispiel im Ladengeschäft, bei Messegesprächen oder beim Tag der offenen Tür), auf Wettbewerber-Websites, über Suchmaschinen sowie durch aufmerksames Studium der Lokal- und Fachpresse.
- Die Fachzeitschriften Ihrer Branche sind auch ansonsten eine wahre Fundgrube für Insiderwissen: Schließlich berichten sie nicht nur regelmäßig über laufende Entwicklungen, zukunftsweisende Einzellösungen und vorbildliche Betriebe („Best Practice“), sondern fassen die Ergebnisse vielfach in speziellen Branchenreports und Dossiers zusammen.
- Eine viel zu selten genutzte Anlaufstelle sind die örtlichen Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammer: Dort bekommen Sie Basisauskünfte zu den wichtigsten Branchen sowie regionale Marktanalysen und Statistiken. Branchenübergreifende Informationen wie lokale Umsatz- und Kaufkraftkennziffern von Markt- und Wirtschaftsforschungsinstituten stellen die Kammern ebenfalls bereit.
- Ebenfalls gute Quellen sind zum Beispiel Ihre Berufs-, Branchen- oder Wirtschaftsverbände: Neben der Interessenvertretung und Weiterbildung ist die Bereitstellung von Branchenstatistiken deren besondere Stärke.
- Bei Banken und Sparkassen bekommen Sie nicht nur Kredite, sondern auch Vergleichszahlen. Die Hausbanken bieten ihren Kunden diesen Service meist sogar kostenlos. Andere Interessenten zahlen zum Beispiel für die „BranchenReports“ der Sparkassen oder die „Branchenberichte“ der Volksbanken Schutzgebühren.
- Falls Ihr Steuerberater der DATEV angehört, können Sie an deren Betriebsvergleichen teilnehmen. So bekommen Sie Zugriff auf detaillierte Kennziffern und Auswertungen.
- Das Bundesfinanzministerium stellt ebenfalls Vergleichszahlen bereit: Die sogenannten Richtsatzsammlungen enthalten Umsatz- und Gewinnangaben ausgewählter Branchen (vor allem Händler, Handwerker und Dienstleister).
- Kostenlose Marketinginformationen über die wichtigsten Konsumgüter- und Dienstleistungsmärkte bekommen Sie auch bei Verlagshäusern wie Gruner + Jahr oder Focus.
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Expertentipps:
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Eine besonders praxisnahe und bewährte, allerdings noch selten genutzte Art der Informationsbeschaffung sind die sogenannten Erfahrungsaustausch-, kurz: Erfa-Gruppen: Unter dem Motto „Gibst du mir deine Zahlen und Lösungen, dann kriegst du meine!“ öffnen insbesondere kleinere Einzelhändler und Handwerker ihre Bücher für ausgewählte Kollegen und gewähren ihnen direkt vor Ort den ungeschönten Einblick in ihre betrieblichen Abläufe.
Organisiert wird die „Betriebsberatung auf Gegenseitigkeit“ durch Branchenverbände und Berater wie der BBE Handelsberatung. Die neutralen Dienstleister sorgen selbstverständlich dafür, dass sich in einer solchen Gruppe keine Wettbewerber begegnen.
Unter Anleitung eines fachkundigen Moderators treffen sich die Beteiligten in der Regel mehrmals pro Jahr jeweils reihum bei einem der beteiligten Unternehmen. Die Kooperation lebt von Offenheit und gegenseitiger konstruktiver Kritik und lässt keinen Unternehmensbereich aus: Angefangen bei Beschaffung, Personal, Vertrieb und Marketing über Betriebsorganisation bis hin zu Controlling und Finanzierung werden je nach Bedarf alle betrieblichen Funktionsbereiche auf den Prüfstand erstellt. Unter welchen Bedingungen in Ihrer Branche die Gründung einer Erfa-Gruppe sinnvoll und erfolgversprechend ist, erfragen Sie am besten bei Ihrer örtlichen Kammer.
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Software & Internettools
Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? So sinnvoll es ist, über den Tellerrand des eigenen Betriebs zu blicken – viele aussagekräftige Informationen liefert Ihnen bereits die eigene Buchführung: Da selbst das kleinste Unternehmen eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellen muss, entwickeln sich Ihre Buchungsunterlagen im Lauf der Jahre zu einer wahren Fundgrube für Vergleichsdaten: Mit welchen Kunden machen Sie die meisten Umsätze? Welche Produkte und Dienstleistungen sind Ladenhüter? Welche sind echte Renner? Wie setzen sich die Kosten zusammen und wie haben sich die einzelnen Positionen im Lauf der Jahre entwickelt?
Antworten auf diese und ähnliche Fragen erhalten Sie besonders schnell und bequem, wenn Sie mit einer kaufmännischen Komplettsoftware wie „WISO Mein Büro“ arbeiten, die neben der Buchführung fürs Finanzamt eine komplette Auftrags-, Artikel- und Kundenverwaltung zur Verfügung stellt. Im Modul „Auswertungen“ können Sie jederzeit zusammenfassende Berichte auf Knopfdruck abrufen, ohne dass dafür separate Eingaben erforderlich sind (Servicelink 02-18-10).
Hier erfahren Sie mehr
- Wikipedia: Benchmarking (Servicelink 02-18-01)
- IHK Berlin: Branchenportal (Servicelink 02-18-02)
- IHK Frankfurt/M.: Chancen für die Branchen (Servicelink 02-18-03)
- Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken: VR Info: Branchen special (Servicelink 02-18-04)
- Deutscher Sparkassen- und Giroverband: BranchenReports (25 Euro) (Servicelink 02-18-05)
- BMF-Richtsatzsammlung (PDF) (Servicelink 02-18-06)
- Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Erfa-Gruppen – Betriebsberatung auf Gegenseitigkeit (Servicelink 02-18-08)
- Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln (IfH): ERFA-Gruppen als Instrument zur Leistungssteigerung im Facheinzelhandel (35 Euro) (Servicelink 02-18-09)