Privatentnahme bei Bankkredit
Aus Buhl Unternehmerwiki
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Die Bank sagt, ich entnähme zu viel aus dem Unternehmen. Ist das richtig? Was darf ich denn verdienen? |
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| Gegenfrage: Wie viel müssen Sie verdienen, um Ihren Lebensunterhalt und den Ihrer Familie bestreiten zu können? Falls Sie das nicht genau wissen, sollten Sie mit einer nüchternen Bestandsaufnahme Ihres privaten Finanzbedarfs beginnen. Auf dieser Grundlage stellen Sie schnell fest, ob Ihr Unternehmen überhaupt den erforderlichen Gewinn abwirft und wann Sie gefahrlos in die Kasse greifen können. |
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„Finanzmangement-by-Kontoauszug“ ist keine gute Idee: Wer seinen Lebensunterhalt ohne Rücksicht auf die Ertrags- und Liquiditätslage seines Unternehmens einfach durch Privatentnahmen vom Geschäftskonto bestreitet, gerät schnell in die Klemme. Anders als bei Angestellten, bei denen die Einnahmeseite durch Überweisung des bereits versteuerten Einkommens eine feste Größe darstellt, müssen Sie als Selbständiger mit mehreren Unbekannten rechnen, bevor Sie wissen, ob Sie noch im grünen Bereich sind. Befassen Sie sich daher mit Ihrem Unternehmerlohn. Fangen wir mit dem Existenzminimum an: Wissen Sie, wie hoch Ihr Gewinn(anteil) sein muss, damit Sie und Ihre Familie gut davon leben können? Denken Sie dabei bitte nicht nur an Miete oder Eigenheimabtrag, Wohnnebenkosten und die Ausgaben für Lebensmittel, private Anschaffungen, Auto, Kinder, Urlaub und Freizeit sowie Kommunikationsmittel, sondern auch an die großen Versicherungsposten – vor allem die komplette soziale Sicherung: Denn anders als Angestellte müssen Sie sich ja selbst um Altersvorsorge, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung kümmern. Nachdem Sie das so ermittelte Mindestnettoeinkommen kennen, rechnen Sie auf den erforderlichen „Gewinn vor Steuern“ zurück: Da Ihre persönliche Steuerlast vom Familienstand und sonstigen Einkünften abhängt, lässt sich keine allgemeine Aussage über den kalkulatorischen Steueraufschlag machen. Mit dem Online-Steuerrechner ermitteln Sie Ihren Zielgewinn, indem Sie sich Schritt für Schritt an das „zu versteuernde Einkommen“ annähern, bei dem unterm Strich genug übrig bleibt. Kommen wir nun zu Ihrer Ausgangsfrage zurück: Was Sie verdienen dürfen, hängt letztlich davon ab, was Ihr Unternehmen erwirtschaftet. Ob und wann Sie das benötigte Einkommen tatsächlich aus dem Unternehmen entnehmen, entscheiden Rechtsform und Zahlungsfähigkeit. Für welche Rechtsform haben Sie sich entschieden?
Welche Rechtsform günstiger ist, lässt sich nur im Einzelfall sagen. Denn das hängt nicht nur von der Art der Unternehmerentlohnung ab, sondern auch von vielen anderen Erwägungen (zum Beispiel Steuer- und Haftungsfragen). |
Hier erfahren Sie mehr
- Wikipedia: Privatentnahme (Servicelink 02-04-01)
- IHK Limburg: Mustervordruck Rentabilitätsvorschau und private Lebenshaltungskosten (PDF) (Servicelink 02-04-02)
- BMWi-Checkliste „Unternehmerlohn ermitteln“ (PDF) (Servicelink 02-04-03)
- Online-Steuerrechner (Servicelink 02-04-04)
- Online-Rechner: Private Lebenshaltungskosten (Servicelink 02-04-05)
- Software-Tipp: „WISO Mein Geld“ (Servicelink 02-04-06)
Weiterlesen
- Unternehmer-Wiki: "Finanz- und Liquiditätsplanung"
- Unternehmer-Wiki: "Monatsabschluss"
- Unternehmer-Wiki: "BWA verstehen"
- Unternehmer-Wiki: "Zahlen und Daten für die Bank"
