Planung sinnvoll?

Aus Buhl Unternehmerwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche


Image:Frage.gif

Planzahlen sind doch heiße Luft, oder? Planwirtschaft kann nicht funktionieren, das ist doch bewiesen. Warum soll ich also Pläne aufstellen?

Image:Antwort.gif

Natürlich sind Planzahlen allein kein Garant für ein erfolgreiches Unternehmen. Wenn Sie keine tragfähige Geschäftsidee und nur unzureichende unternehmerische Fähigkeiten besitzen, nutzen auch die besten Pläne nichts. Insbesondere einer sorgfältigen Finanzplanung kommt bei der Führung eines Unternehmens große Bedeutung zu.




Eine detaillierte Finanzplanung hat drei Vorteile: Erstens sehen Sie vorab, ob Ihre Geschäftsidee auf Dauer tragfähig ist. Zweitens sagt Ihnen der Vergleich Ihrer Soll-Werte mit den Ist-Zahlen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind. Drittens erhalten Sie auf diese Weise Aufschlüsse über mögliche Schwachstellen und erkennen, an welchen Stellschrauben Sie zur Optimierung der betrieblichen Situation drehen müssen.

Ihre Finanzplanung sollte folgende Bereiche umfassen:

  • Kapitalbedarf: Welche Investitionen kommen auf mich zu? Welche Geschäftsausstattung benötige ich? Brauche ich einen Vorrat an Waren oder Material?
  • Finanzierungsquellen: Wie kann ich den ermittelten Kapitalbedarf decken? Welche zusätzlichen Sicherheitsreserven muss ich einplanen?
  • Rentabilitätsvorschau: Ab wann deckt der erwartete Gewinn meine betrieblichen und meine privaten Ausgaben? Als Grundlage für diese Berechnung dienen der Umsatzplan, die Ertragsvorschau, die Ermittlung der Lebenshaltungsansprüche und ein Vergleich des Gewinns mit den privaten Ausgaben.
  • Liquiditätsplan: Wann und in welcher Höhe kann bzw. muss ich mit Zahlungsein- und -ausgängen rechnen? Lassen sich schon jetzt Kontoüberziehungen absehen?


Im Rahmen der Rentabilitätsvorschau stellen Sie einen Umsatzplan (Menge x Preis der Produkte bzw. Dienstleistungen) für die drei folgenden Jahre auf. Anschließend sollten Sie eine Ertragsvorschau machen. Wenn sich die Absatzchancen Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen nur schwer einschätzen lassen, bietet sich zunächst eine Planung an, die auf Kostendeckung basiert. Ihre Lebenshaltungsansprüche sollten die Kosten Ihrer privaten Haushalts- und Lebensführung, soziale Aufwendungen für Krankheit, Alter und Berufsunfähigkeit sowie die anfallende Einkommensteuer enthalten. Liegt Ihr voraussichtlicher Gewinn über Ihren privaten Ausgaben, können Sie von der Tragfähigkeit Ihres Plans ausgehen.

Führen Sie einen Handel oder ein anderes Unternehmen, das einen Warenbestand erforderlich macht, denken Sie daran, dass auf diese Weise permanent Kapital gebunden wird. Kapital, das Sie unbedingt in Ihre Finanzierungsplanung aufnehmen und ggf. über langfristige Kredite absichern sollten.

Achten Sie außerdem bereits bei Bestellungen darauf, dass Sie genug flüssige Mittel zum Bezahlen von Rechnungen haben. Sonst drohen bei Fälligkeit Liquiditätsprobleme.



Die nächsten Schritte



Expertentipps:


  • Bevor Sie sich wieder ins Tagesgeschäft stürzen, sollten Sie sich konkrete Termine für die Aufstellung Ihrer Pläne setzen. Kleben Sie Haftzettel an Ihren Bildschirm oder markieren Sie in Ihrem Kalender mit Rotstift, wann Sie damit beginnen.
  • Mit welchen Umsätzen kann ich rechnen?
  • Welche Kosten (Material, Waren, Personal, Miete …) kommen auf mich zu?
  • Muss ich zusätzliche Investitionskosten berücksichtigen?
  • Wie hoch ist mein monatlicher Kapitaldienst (Zinsen und Tilgung)?
  • Wie hoch ist die Liquidität, die mir am Monatsende noch zur Verfügung steht?
  • Mit welchem Gewinn kann ich nach Abzug der Kosten vom Umsatz kalkulieren?
  • Mit welchen Kosten muss ich in den nächsten drei Jahren kalkulieren?
  • Sind meine Zahlen aufgrund meiner Recherchen sowie der vorhandenen Marktdaten realistisch oder habe ich sie mir schöngerechnet?
  • Erarbeiten Sie Ihre Planzahlen nicht im stillen Kämmerlein. Nutzen Sie das Wissen Ihrer Mitarbeiter, Berater und Kunden.
  • Beziehen Sie dabei ggf. auch Ihre Bank ein. Schließlich haben Sie beide dasselbe Ziel: gute Geschäftsergebnisse.
  • Analysieren Sie die drei größten Chancen, die sich Ihrem Unternehmen für die Weiterentwicklung bieten könnten.
  • Ermitteln Sie kritisch die drei größten Probleme, die auf Ihr Unternehmen zukommen könnten.
  • Machen Sie Kostenvoranschläge, die Ihre Investitionsplanung untermauern.
  • Prüfen Sie, welche Vermögensgegenstände Ihnen ggf. zur Absicherung eines Kredits zur Verfügung stehen.
  • Fragen Sie Ihre Bank, welche Förderprogramme für Ihre Finanzierungsvorhaben möglicherweise infrage kommen.
  • Bestimmte Anlageobjekte wie Fahrzeuge oder Maschinen müssen Sie nicht unbedingt kaufen, sondern können sie leasen.
  • Eventuell sollten Sie auch in Betracht ziehen, einen Beteiligungskapitalgeber ins Boot zu nehmen.

Hier erfahren Sie mehr

  • Wikipedia: Geschäftsplan (Servicelink 02-06-01)
  • GründerZeiten Nr. 17: Bestandteile eines Businessplans (Servicelink 02-06-02)
  • Berechnung Businessplan (Servicelink 02-06-03)
  • Pläne, Checklisten (Servicelink 02-06-04)
  • Fallbeispiel (Servicelink 02-06-05)
  • Jörg H. Ottersbach: Der Businessplan. Praxisbeispiele für Unternehmensgründer und Unternehmer (10 Euro) (Servicelink 02-06-06)
Persönliche Werkzeuge