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Ich brauche dringend einen Betriebsleiter und einen Fachmann für die Buchhaltung. Mit dem Arbeitsamt habe ich bereits gesprochen. Wie kann ich sonst noch kostengünstig an qualifiziertes Personal kommen?

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Trotz nach wie vor hoher Arbeitslosenzahlen ist es gar nicht so einfach, auf die Schnelle guteMitarbeiter zu finden. Dabei sind die Vermittler der Arbeitsagenturen eine bewährte und vor allem kostenlose Anlaufstelle. Sie sollten aber auch andere kostengünstige und bewährte Formen der Personalbeschaffung

nutzen.




Das gute alte „Arbeitsamt“ ist zum Glück besser als sein Ruf: Ihr guter Draht zum Arbeitsvermittler stellt eine sinnvolle Möglichkeit der Personalbeschaffung dar: Viele Vermittler geben sich großeMühe, den Arbeitgebern geeignete Bewerber zu präsentieren. Es kommt aber vor, dass sich ein Mitarbeiter in den eigenen Datenbanken nicht auskennt. Sie tun deshalb gut daran, nicht nur persönlich mit dem Vermittler zu sprechen, sondern auch selbst einen Blick in die „Jobbörse“ der Arbeitsagentur zu werfen. Dort können Sie nicht nur Ihre offenen Stellen veröffentlichen, sondern außerdem Bewerberprofile anschauen. Nachdem Sie Ihre Suche zum Beispiel auf „Betriebsleiter“ oder „Buchhalter“ und, falls gewünscht, auf Ihre Region eingegrenzt haben, bekommen Sie umgehend einen Eindruck davon, wie viele potenzielle Mitarbeiter mit welchen Qualifikationen auf Arbeitssuche sind.

Das wichtigste Instrument der Personalbeschaffung ist allerdings nach Feststellungen von Arbeitsmarktforschern und Kammern immer noch die Stellenanzeige in Zeitungen und Zeitschriften. Kontinuierlich an Bedeutung gewinnen daneben allgemeine Online-Jobbörsen wie monster.de oder stepstone.de. Stellenangebote für Fach- sowie Führungskräfte können Sie zum Beispiel auf Karriereportalen wie jobware.de oder consultants.de aufgeben. Immer mehr Arbeitgeber und Personalprofis nutzen zudem Networking-Plattformen wie Xing.com, weil sie sich damit schnell ein umfassendes Bild über den Bewerber und sein soziales Umfeld verschaffen können.

Ganz gleich, wo Sie auf die Suche gehen: Nehmen Sie sich für die inhaltliche und formale Gestaltung von Stellenangeboten unbedingt Zeit. Schließlich dienen sie nicht nur dazu, neue Mitarbeiter zu finden. Es handelt sich zugleich um viel beachtete Visitenkarten Ihres Unternehmens. Fehler bei der Ausschreibung können zudem teure rechtliche Konsequenzen haben.



Checkliste: Anforderungsprofil



Expertentipps:


Wenn Sie eine Stellenanzeige erstellen wollen, verschaffen Sie sich erst einmal Klarheit über das Anforderungsprofil:

  • Wie lautet die passende Berufs- oder Funktionsbezeichnung?
  • Welche Aufgaben und Verantwortungsbereiche soll der oder die Mitarbeiter/in wahrnehmen?
  • Welche fachlichen Qualifikationen (Schulabschluss, Studium, Aus- und Weiterbildung) sind unbedingt erforderlich? Welche erwünscht?
  • Welche persönlichen Anforderungen stellen Sie an die Kandidaten?
  • Welche Art und Dauer der Berufserfahrung erwarten Sie?
  • Welche Informationen müssen Bewerber über Ihr Unternehmen, den Arbeitsplatz und das betriebliche Umfeld unbedingt haben?
  • Wer ist der zuständige Ansprechpartner in Ihrem Unternehmen?
  • Auf welchem Weg sollen die Unterlagen eingereicht werden?

Bei der Ausschreibung, dem anschließenden Bewerbungsverfahren und dem Umgang mit den anfallenden Daten müssen Sie unbedingt die Vorschriften des sogenannten Antidiskriminierungsgesetzes („AGG-Gesetz“) beachten. Mit geschlechtsneutralen Berufsbezeichnungen und dem Verzicht auf Ausgrenzung von Behinderten ist es keineswegs getan. Falls Sie noch keine Erfahrung mit dem Formulieren moderner Stellenausschreibungen haben, lassen Sie sich von einem erfahrenen Unternehmensberater oder Rechtsanwalt unterstützen. Auch die Arbeitsrechtsexperten der Kammern stehen Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite.

Weitere bewährte Alternativen der Personalbeschaffung auf einen Blick:

  • Halten Sie Ihre Augen im geschäftlichen Umfeld offen. Sie müssen bei der örtlichen Konkurrenz ja nicht unbedingt offensiv Personal „abwerben“. Wenn Sie jedoch mitbekommen, dass gute Leute mit ihrem Job unzufrieden oder von Entlassung bedroht sind, sollten Sie hellhörig werden.
  • Hören Sie sich auch in Ihrem eigenen Bekannten- und Verwandtenkreis um.
  • Bitten Sie Ihre Belegschaft, Ihnen neue Mitarbeiter vorzuschlagen. Prüfen Sie, ob Prämien für erfolgreiche Vermittlungen erforderlich und sinnvoll sind.
  • Nehmen Sie bei Messe, Ausstellungen und Veranstaltungen persönlich Kontakt zu möglichen Kandidaten auf.
  • Nutzen Sie Berufsverbände, Branchenforen und Business-Netzwerke, ummit potenziellenMitarbeitern ins Gespräch zu kommen.
  • Machen Sie aus Ihrer Personalnot eine PR-Tugend: Schließlich sind zusätzliche Arbeitsplätze eine gute Nachricht. Versenden Sie Pressemitteilungen über Ihre positive Geschäftsentwicklung und verweisen Sie dabei auf die offenen Stellen.
  • Prüfen Sie, ob Mitarbeiter aus Zeitarbeitsfirmen oder Personal-Service-Agenturen bei der Besetzung offener Positionen infrage kommen.
  • Binden Sie ggf. private Personalvermittler oder „Headhunter“ ein: Hier müssen Sie allerdings mit Vermittlungsprovisionen in Höhe mehrerer Monatsgehälter rechnen.
  • Falls Sie unverbrauchte Nachwuchskräfte benötigen: Nehmen Sie Kontakt zu Hochschulen sowie Aus- und Weiterbildungseinrichtungen auf. Manchmal wirkt bereits ein simpler Aushang an schwarzen Brettern Wunder.
  • Überlegen Sie, ob Praktika zur Mitarbeiterauswahl infrage kommen.

Hier erfahren Sie mehr

  • Wikipedia: Stellenanzeige (Servicelink 04-02-01)
  • IAB-Betriebsbefragung: Wege zur Stellenbesetzung (PDF) (Servicelink 04-02-02)
  • „manager-magazin“ über schlampige Stellenanzeigen (Servicelink 04-02-03)
  • checklisten.de: Kostenlose Muster und Checklisten für Personalangelegenheiten (Servicelink 04-02-04)
  • vorlagen.de: Muster-Stellenbeschreibungen und Anzeigen-Checklisten (5 bis 32 Euro) (Servicelink 04-02-05)
  • IHK Siegen: Merkblatt „Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“ (PDF) (Servicelink 04-02-06)
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) (Servicelink 04-02-07)
  • Businessnetworking-Plattform Xing.com (Servicelink 04-02-10)
  • Susanne Weber: Das professionelle 1 x 1. Den besten Mitarbeiter finden (14,95 Euro) (Servicelink 04-02-08)

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