Persönliche Eignung: Was gute Unternehmer ausmacht

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Manchmal habe ich Zweifel daran, ob ich der Selbständigkeit hundertpro­zentig gewachsen bin. Ich mache mir öfter Sorgen deshalb. Wie kann ich meine persönliche Eignung testen und weiterentwickeln?

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Gelegentlich liest man Berichte über Unternehmer und Manager, die sie als wahre Übermenschen erscheinen lassen: mutig, unbeirrbar, zupackend und durchsetzungsstark. Doch in der Realität verfügt kein Mensch über alle wünschenswerten Eigenschaften zugleich, jeder hat seine Stärken und Schwächen. Wichtig ist es, sie zu kennen und entsprechend zu handeln.




„Dass du in Deinem Bereich erfolgreich sein wirst, daran habe ich keine Zweifel“, sagte der Chef zu seinem Mitarbeiter, der sich selbständig machte. „Du hast prima Ideen, setzt sie konsequent um, überzeugst deine Gesprächspartner. Aber wenn du die Buchhaltung genauso machst wie deine Reise­kostenabrechnung, dann besuche ich dich im Gefängnis.“

Das Beispiel zeigt: Niemand ist perfekt, auch wenn es nach außen hin vielleicht so wirkt. Und das ist auch nicht schlimm. Der Unternehmer aus dem Beispiel nahm den versteckten Rat seines früheren Chefs an. Er suchte sich eine in seiner Branche erfahrene freiberufliche Controllerin und ließ die von ihm an Land gezogenen Projekte von ihr gegenrechnen. Schließlich muss man nicht alles selbst erledigen. Viel wichtiger ist es, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu sein.

Für unternehmerischen Erfolg spielen vor allem die folgenden sieben Persönlichkeitseigenschaften eine Rolle.

  • Leistungsmotivation: Wenn Sie als Selbständiger sich nicht selbst motivieren, wer tut es dann? Leistungsmotiviert sind Sie, wenn es die Aufgabe selbst ist, die Sie reizt, nicht die Belohnung oder Anerkennung durch andere.
  • Internale Kontrollüberzeugung: Glauben Sie an die Machbarkeit der Dinge nach dem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied?“. Oder halten Sie äußere Umstände für entscheidend?
  • Emotionale Stabilität: Wie gehen Sie mit hoher Arbeitsbelastung, Kritik und Misserfolgen um? Das ist besonders wichtig in der Gründungsphase und in Krisen!
  • Problemlösungsorientierung: Glauben Sie, dass neuartige und ungewöhnliche Aufgaben prinzipiell lösbar sind – egal ob durch kreative oder systematische Vorgehensweisen?
  • Risikobereitschaft: Sind Sie bereit, kalkulierbare Risiken einzugehen, oder gehen Sie eher auf Nummer sicher?
  • Ungewissheitstoleranz: Finden Sie auch in unklaren Lebens- und Berufssituationen einen Ausweg oder vermeiden Sie lieber ungeplante Situationen?
  • Durchsetzungsbereitschaft: Zu großes Entgegenkommen ist ebenso falsch wie sture Kompromisslosigkeit. Schaffen Sie es im beruflichen Alltag, den Mittelweg zu gehen?


Schon aufgrund der kurzen Beschreibung in der nebenstehenden Aufzählung können Sie Ihre persönlichen Stärken und Schwächen wahrscheinlich besser benennen. Oder Sie lassen sich testen: Das zurzeit bekannteste und empirisch am breitesten abgesicherte Instrument, um das „Unternehmertalent“ festzustellen, ist ein Fragebogen der von dem Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie Günter F. Müller (Universität Koblenz-Landau) entwickelt wurde. Auf diesem Test beruht die in der Aufzählung dargestellte Einteilung von Persönlichkeitseigenschaften. Den FDUP-Test können Sie im Internet unter www.gruendungszuschuss.de/tests herunter­laden. Gegen Einsendung einer kleinen Bearbeitungsgebühr werden Ihre Antworten durch Mitarbeiter von Professor Müller analysiert, Sie erhalten eine schriftliche Auswertung.

Wichtig: Konzentrieren Sie sich nicht auf Ihre Schwächen und kämpfen Sie nicht gegen sie an. Damit machen Sie es sich nur selbst schwer. Besser ist es, die eigenen Stärken weiterzuentwickeln und voll zur Geltung zu bringen. Dann haben Sie wahrscheinlich auch viel mehr Spaß an Ihrem Beruf.

Um Schwachstellen auszugleichen, können Sie freie Mitarbeiter, Kooperations- oder Geschäftspartner suchen, denen diese Dinge einfacher von der Hand gehen. Vermeiden Sie aber andererseits in „gelernte Hilflosigkeit“ zu verfallen, etwa indem Sie sich zu bestimmten Themen wie Computer, Steuern etc. ganz von anderen abhängig machen. Sie sollten zumindest so viel über diese Themen wissen, dass Sie beurteilen können, wie gut die Beratung oder Hilfe der anderen ist.

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Die nächsten Schritte



Expertentipps:


  • Überlegen Sie sich: Was wollten Sie schon immer gerne machen? Ein Buch schreiben? Vor vielen Menschen sprechen? An einem Programm oder an Plänen tüfteln?
  • Wie viele Elemente dieser Tätigkeiten können Sie im Rahmen Ihrer Selbständigkeit einbinden? Suchen Sie Wege, um noch mehr Lieblingstätigkeiten zu integrieren.
  • Prüfen Sie Ihre Stärken und Schwächen anhand eines Persönlichkeitstests oder der obigen Aufzählung.
  • Befragen Sie gegebenenfalls Menschen, die Sie gut kennen, nach einer Einschätzung Ihrer Person.
  • Denken Sie darüber nach, wie Sie Ihre als Stärken erkannten Eigenschaften noch besser einsetzen können.
  • Wenn Sie bei sich Schwachstellen erkennen, sollten Sie sich in diesem Bereich Unterstützung holen. Nutzen Sie Networking, um die richtigen Partner zu finden.
  • Nehmen Sie Beratung und Coaching in Anspruch. Für außenstehende Beobachter sind die Ursachen persönlicher Probleme häufig offensichtlich. So lassen sich schneller Lösungsansätze finden.
  • Der Faktor persönliche Eignung macht rund 25 Prozent des unternehmerischen Erfolgs aus. Der Rest entfällt auf die richtige Geschäftsidee, ihre Akquisestrategie, Marktumfeld und Wettbewerber sowie Ihr Organisationstalent.
  • Lassen Sie sich von anderen nicht entmutigen. Familienmitglieder und Bekannte arbeiten zumeist als Angestellte oder Beamte. Sie überschätzen das Risiko der Selbständigkeit tendenziell, auch um ihre eigene, ganz andere Lebensentscheidung vor sich zu recht­­­fertigen.
  • Das Feedback anderer Selbständiger ist meist konstruktiver. Legen sie besonderen Wert auf die Vernetzung mit ihnen. Besonders einfach ist das in der Gründungsphase, später bieten Unternehmernetzwerke die Möglichkeit, andere Selbständige kennenzulernen.

Hier erfahren Sie mehr

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