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Networking wird oft mit Vitamin B gleichgesetzt und Netzwerke in der Presse als Synonym für Seilschaften gebraucht. „Network Marketing“ steht für eine Verkaufstechnik, bei der persönliche Beziehungen genutzt und nicht selten missbraucht werden, um überteuerte Produkte abzusetzen. Leider gibt es auch viele, die sich Netzwerker nennen und dann kleine Gefallen verteilen, um anschließend große einzufordern. Sagen Sie nein zu solchen Leuten, denn solche „Vampire“ haben nicht verstanden, worum es beim Networking eigentlich geht.
Networking ist nicht verkaufen. Das hätte auch gar keinen Sinn, denn dabei lernen wir nicht zielgerichtet potenzielle
Kunden kennen, sondern oft Menschen mit ganz anderen
Gemeinsamkeiten, zum Beispiel demselben Beruf, ähnlichen Interessen, gleicher Herkunft. Wenn wir mit ihnen „warm“ werden, eine Beziehung aufbauen und erreichen, dass sie sich an uns und das, was wir tun, erinnern können, werden sie vielleicht zu unseren Fürsprechern. Dann empfehlen sie uns an
andere weiter – und zwar genau dann, wenn deren Bekannte aktuell Bedarf nach unseren Produkten oder Dienstleistungen haben. Zudem heben sie uns durch ihre persönliche Empfehlung aus der Masse der Anbieter heraus. Wer über ein gutes Netzwerk verfügt, muss deshalb viel weniger Zeit ins Verkaufen investieren, vieles scheint ihm einfach so zuzufliegen. Das gilt auch für die Suche nach Mitarbeitern, nach Informationen usw.
In folgenden Bereichen kann Ihnen als Selbständigem ein gutes Netzwerk konkret nutzen:
- Informations- und Wissensaustausch: Sie wissen, wen Sie fragen müssen, statt lange zu suchen.
- Empfehlungen: Sie werden immer wieder weiter empfohlen, zum Beispiel von zufriedenen Kunden.
- Zusammenarbeit und Kooperation: Sie tun sich mit anderen aus derselben oder aus angrenzenden Branchen zusammen und können auf diese Weise auch größere Projekte stemmen.
- Mitarbeitersuche: Statt eines Lebenslaufs bekommen Sie eine Empfehlung und erfahren etwas über die Stärken und auch über die Schwächen des Bewerbers.
- Auftragssuche: Sie bekommen Tipps, weil andere zuerst an Sie denken, wenn sich eine Chance auftut.
- Menschen zusammenbringen: Sie stellen Kunden untereinander vor und tun damit gleich zwei Personen einen Gefallen.
- Spaß und Freundschaft: Das kann sich ergeben, wenn Sie sich einfach gut mit jemandem verstehen, einen ähnlichen Humor oder ähnliche Interessen haben.
- Persönliche Unterstützung, zum Beispiel Trost oder Hilfe in Krisensituationen.
Viele verbinden Networking mit Abend-Events und ödem Smalltalk. Dabei sind die Zeiten, als man sich ausschließlich in festen Netzwerken mit hierarchischer Vereinsstruktur organisierte, längst vorbei. Internetbasierte Netzwerke wie Xing.com haben in den letzten Jahren Millionen von Mitgliedern gewonnen und machen die Kontaktaufnahme und Organisation von
Treffen ganz einfach. Viele Netzwerke und Veranstalter von Networking-Events beschreiten innovative Wege, um ihre
Teilnehmer schneller zum Ziel, sprich zu guten Kontakten und in Win-win-Situationen zu führen. Erkunden Sie die vielfältigen Networking-Möglichkeiten an Ihrem Wohnort, zum Beispiel im Rahmen von Probe-Mitgliedschaften oder als Interessent. Auf jeden Fall anschauen sollten Sie sich die Wirtschaftsjunioren, den BJU – „Die jungen Unternehmer“ im Rahmen der
Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer (ASU) sowie die Marketing-Clubs. Sie alle bieten speziell auch für Gründer interessante Veranstaltungen. In vielen Städten gibt es zudem Unternehmerstammtische und -frühstücksrunden.
Investieren Sie die nötige Zeit, um in Ruhe die Spielregeln des jeweiligen Netzwerks kennenzulernen. Informieren Sie sich mithilfe von Büchern oder Seminaren, wie Networking funktioniert. Leider lernt man Networking nicht in der Schule, auch wenn es sich um eine Kulturtechnik handelt, die eigentlich jeder benötigt, um im Berufsleben erfolgreich zu sein.
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