Monatsabschluss

Aus Buhl Unternehmerwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche


Image:Frage.gif

Was kann ich tun, wenn die Zahlen meiner monatlichen Auswertungen nicht meinen Erwartungen entsprechen?

Image:Antwort.gif

Ihre Frage deutet darauf hin, dass Sie wissen, worauf es als Unternehmer ankommt: auf eine sorgfältige Planung im Vorfeld und eine permanente Überprüfung, ob Sie Ihre Ziele auch erreicht haben. Grundlage dafür ist zum einen eine detaillierte Planungsrechnung, zum anderen eine regelmäßige monatliche Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA).





Auf diese Weise vermeiden Sie strategische Fehler, die sich schnell zu ernsthaften Krisen entwickeln und die Existenz des Betriebs bedrohen können. Leider werden solche Fehlentwicklungen oft zu spät erkannt. Viele, insbesondere Jungunternehmer haben zu optimistische Erwartungen und gehen bei der Planung und Kontrolle Ihrer Finanzen relativ sorglos zu Werke. Planungsrechnungen sollten Sie nicht nur in der Gründungsphase aufstellen, sondern als ständiges Controlling-Instrument einsetzen. Wichtig sind vor allem drei Bereiche:

  • Kapitalbedarfsplan: Damit ermitteln Sie den Betrag, den Sie brauchen, um die Existenz Ihres Unternehmens zu sichern.
  • Planung der Umsatz- und Ertragserwartung (Rentabilitätsvorschau): Mit Ihrem Gewinn sollten Sie Ihre private Lebensführung bestreiten, Kosten für Krankheit und Altersvorsorge abdecken, Ihre Einkommensteuer und die Tilgung Ihrer Kreditraten bezahlen können.
  • Liquiditätsplanung: Liquide zu sein heißt, dass Sie Ihre anfallenden Verbindlichkeiten wie Rechnungen oder Unternehmenssteuern fristgerecht begleichen können, ohne dass es zu Engpässen oder sogar Zahlungsunfähigkeit kommt.
WISO Mein Büro 2008


Um mögliche Krisen so frühzeitig wie möglich zu erkennen, sollten Sie Ihre Soll-Werte aus Ihrer Planungsrechnung regelmäßig mit den Ist-Werten vergleichen.

Ein sinnvolles Instrument, um zu sehen wo Sie aktuell am jeweiligen Monatsende stehen, ist die BWA. Die Auswertung, die mit moderner Software erstellt wird, basiert auf dem Zahlenmaterial Ihrer Buchhaltung und analysiert deren Daten.

Somit erhalten Sie einen detaillierten Überblick über den Erfolg Ihres Unternehmens, die Kapitalstruktur, Ihre Vermögensverhältnisse und Ihre Schulden sowie über diverse Kennzahlen wie Ihre Liquiditätsquote.



Die nächsten Schritte



Expertentipps:


  • Entsprechen Ihre Produkte und deren Qualität noch den Anforderungen des Marktes?
  • Haben sich die Verbrauchergewohnheiten geändert oder ist eine Marktsättigung eingetreten?
  • Müssen Sie möglicherweise mit Standortnachteilen kämpfen?
  • Haben Sie in der Vergangenheit zu hohe Preisnachlässe gewährt?
  • Durch welche Maßnahmen können Sie Ihre Liquidität verbessern, um das Überschreiten von Zahlungszielen zu vermeiden?
  • Gibt es negative Mitteilungen über Ihre Kunden oder Lieferanten, die eventuell zu einer Krisensituation führen können?


  • Ihr Kapitalbedarf sollte nicht zu knapp bemessen sein. Planen Sie Reserven für unvorgesehene Ereignisse ein.
  • Reduzieren Sie Ihren Betriebsmittelbedarf durch rationelle Lagerhaltung.
  • Achten Sie auf konsequente Rechnungsstellung, konsequente Zahlungsüberwachung und ein funktionierendes Mahnwesen.
  • Achtung, steigende Umsätze führen auch zu höheren Kosten und in der Regel zu einem wachsenden Warenlager, das finanziert werden muss.
  • Besprechen Sie die monatliche BWA mit Ihrem steuerlichen oder betriebswirtschaftlichen Berater.
  • Die BWA ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage, wenn Sie einen Kredit bei der Bank beantragen.
  • Pflegen Sie stets einen offenen Umgang mit Ihrer Hausbank.
  • Fragen Sie bei der Industrie- und Handelskammer oder bei der Handwerkskammer um Rat.

Software & Internettools

Wenn Firmen in Schieflage geraten, liegt das meistens an den Finanzen: zu wenig flüssige Mittel, zu hohe Außenstände, zu kurze Zahlungsziele bei den Lieferanten, zu lange Wartezeiten bei den Kreditverhandlungen … Leider kümmern sich viele Unternehmer zu wenig oder zu spät um solche Zahlen oder überlassen alles dem Steuerberater. Doch der verantwortet nicht das Tagesgeschäft.

Deshalb empfiehlt sich der Einsatz einer Software wie „WISO Buchhaltung“, die Ihnen in einem kurzen Überblick über den aktuellen Stand Ihres Unternehmens vermittelt und zu-dem Vergleiche mit dem Vorjahr durchführt (Servicelink 03-03-06)


Hier erfahren Sie mehr

  • Wikipedia: BWA (Servicelink 03-03-01)
  • Monatsabschluss als Krisenindikator (IHK) (Servicelink 03-03-02)
  • Umsatz- und Liquiditätsplanung (Servicelink 03-03-03)
  • BWA-Planungstool (Servicelink 03-03-04)
  • Ronny Grigg: BWA professionell (27,70 Euro) (Servicelink 03-03-05)
Persönliche Werkzeuge