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Der technische Dienstleister GFT ließ seine Philosophie Mitte der 1990er Jahre in ein kleines, blaues Buch drucken. Der Inhalt entstand über mehrere Phasen in unterschiedlichen Arbeitsgruppen und wurde schließlich von der Führungsriege des Unternehmens während eines dreitägigen Arbeitswochenendes ausgearbeitet. Die in dem blauen Buch festgehaltene Vision des Unternehmens, seine Ziele und die Regeln für den Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Dienstleistern gelten noch immer, wurden allerdings in der Zwischenzeit ergänzt und fortgeschrieben. Schließlich hat sich das Unternehmen gewandelt, es notiert heute an der Börse, die Zahl der Mitarbeiter hat sich vervielfacht und es folgt veränderten Strategien.
Genau das ist die Kunst beim Formulieren einer Unternehmensphilosophie: Sie ist beinahe für die Ewigkeit gemacht, muss aber dennoch gelebt und schnell an neue Gegebenheiten angepasst werden können. Sie bildet das Fundament eines Unternehmens, daraus leiten sich die Unternehmensausrichtung und praktischen Strategien ab, durch die Unternehmen ihre eigene Duftnote in der Wirtschaft setzen. Was unterscheidet etwa Daimler von BMW? Beide Unternehmen bauen Autos der Luxusklasse, die enthaltene Technik differiert nur noch marginal – aber dennoch verbindet jeder Kunde, jeder Mitarbeiter, jeder Beobachter mit den beiden Namen unterschiedliche Werte: Das ist das Ergebnis unterschiedlicher Arbeitsweisen, Leitbilder und Visionen, die sich auch auf Personalentwicklung und Werbung und damit die Wahrnehmung der Produkte auswirken.
Gerade in kleinen und mittleren Betrieben wird die Vision und damit auch die Unternehmensphilosophie maßgeblich von den Gründern geprägt. Sie wird dort aber leider nur selten bewusst hinterfragt und ausformuliert. Soll sie aber für alle gelten und sollen sich alle damit identifizieren können, darf sie nicht im Stillen und lediglich in Führungszirkeln entstehen. Denn wie überall dort, wo Menschen zusammenkommen, entstehen auch hier ungeschriebene Regeln, die Arbeitsweise und Atmosphäre bestimmen und auch von Außenstehenden wahrgenommen werden. Es wäre schade, wenn der Alltag in den Leitlinien des Unternehmens keine Berücksichtigung fände. Hier ist zum Beispiel der Umgangston sachlich, respektvoll, aber distanziert; anderswo wiederum persönlich, freundlich, fröhlich. Diese Zusammenhänge bewusst und damit verbindlich werden zu lassen ist eine Aufgabe, die alle Beteiligten dazu anregt, sich die Stärken des eigenen Unternehmens bewusst zu machen und sich mit ihm noch stärker zu identifizieren.
Es gibt allerdings kein Patentrezept für das Erarbeiten einer Philosophie. Sinnvoll ist es, erst einmal in Arbeitsgruppen Perspektiven, Ansprüche, Werte, Regeln sowie deren Hintergründe sammeln und bewerten zu lassen. Diese Ergebnisse sind dann zu verdichten und schließlich in verständlichen, kurzen Thesen zu einem eigenen Wertekanon zusammenzufassen. Spezialisierte Berater helfen bei der Formulierung der Philosophie, die dem Unternehmen ein starkes, belastbares und zeitlich unabhängiges Fundament geben soll.
Aufzählung
Die strategische Unternehmensausrichtung besteht aus
- einem Traum,
- einer Vision,
- einer Mission,
- einem Leitbild und
- der Strategie.
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