Aus Buhl Unternehmerwiki
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Betriebswirtschaftliche Kennzahlen – diese Werte kenne ich nicht und weiß sie auch nicht einzuschätzen. Sollte ich das ändern?
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Garantiert sind Sie nicht der Einzige, der damit nichts anfangen kann. Selbst viele erfahrene Firmenlenker neigen dazu, betriebswirtschaftliche Kennzahlen zu vernachlässigen und nur als Betätigungsfeld für Controller zu betrachten. In der Tat ist es sehr einseitig gedacht, wenn man den Erfolg eines Managers allein an nackten Zahlen misst. Trotzdem sollten Sie regelmäßig einen Blick auf Ihre Kennzahlen werfen, denn sie sind eine wertvolle Hilfe bei der Steuerung Ihres Unternehmens. |
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Betriebswirtschaftliche Kennzahlen liefern Ihnen nicht nur Informationen über die zurückliegende Geschäftsperiode, sondern ermöglichen Ihnen auch die Kontrolle, ob Sie Ihre Planwerte erreicht haben oder Korrekturen vornehmen müssen. Zudem dienen sie als wichtige Grundlagen für Ihre betriebswirtschaftlichen Entscheidungen, die die Zukunft betreffen.
Eine ganze Reihe von Kennzahlen basiert auf Bilanzpositionen. Selbst wenn Sie Ihr Buchhaltungsprogramm nur für die Einnahme-Überschuss-Rechnung benötigen, so kann es doch wahrscheinlich Ihre Eingaben in Form einer Bilanz ausgeben. Die Bildung von Kennzahlen hängt auch von der Branche ab und ist nicht überall sinnvoll einsetzbar.
- Rentabilitätskennzahlen: Je höher der prozentuale Wert, desto profitabler das Unternehmen. Eigenkapitalrentabilität: Verhältnis von Gewinn zum Eigenkapital. Gesamtkapitalrentabilität: Gewinn plus Fremdkapitalzinsen im Verhältnis zum Gesamtkapital. Umsatzrentabilität: Verhältnis von Gewinn zu den Umsatzerlösen.
- Liquiditätskennzahlen: Sie geben Auskunft, inwieweit das Unternehmen seinen kurzfristigen Verbindlichkeiten fristgerecht nachkommen kann. Liquidität ersten Grades: Verhältnis der kurzfristigen Mittel (Kasse, Bankguthaben, Schecks, Wechsel, Wertpapiere) zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten (Restlaufzeit bis ein Jahr). Liquidität zweiten Grades: alle flüssigen Mittel plus kurzfristige Forderungen (Restlaufzeit bis ein Jahr) im Verhältnis zu kurzfristigen Verbindlichkeiten. Liquidität dritten Grades: gesamtes Umlaufvermögen (flüssige Mittel, kurzfristige Forderungen plus alle nicht zum Anlagevermögen zählenden Forderungen und Vorräte) im Verhältnis zu kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Ebenfalls sehr aufschlussreich sind die Kennziffern zur Kapitalstruktur. Diesen prozentualen Werten können Sie entnehmen, wie stabil Ihr Unternehmen ist und ob Sie ggf. in der Lage sind, Umsatzrückgänge zu verkraften, oder ob die Gefahr der Überschuldung droht. Achten Sie auf drei Dinge: Die Eigenkapitalquote (Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital) sollte höher als 50 Prozent sein. Da eine hohe Fremdkapitalquote (Verhältnis Fremdkapital zu Gesamtkapital) in der Regel Ihre Entscheidungsfreiheit als Unternehmer wesentlich einschränkt, sollte der Wert unter 50 Prozent liegen. Drittens ist es wichtig, dass sich Ihre Verschuldungsquote (Verhältnis Fremdkapital zu Eigenkapital) möglichst unter 100 Prozent bewegt. Je tiefer, desto besser.
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Expertentipps:
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- Beobachten Sie, wie sich saisonale Einflüsse wie die Sommerjahreszeit oder das Weihnachtsgeschäft auf die Liquidität Ihres Unternehmens auswirken.
- Achten Sie darauf, dass Forderungen und Verbindlichkeiten in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.
- Untersuchen Sie das Verbesserungspotenzial der einzelnen betrieblichen Prozesse.
- Überlegen Sie, wie Sie die identifizierten Schwachstellen beseitigen können.
- Erarbeiten Sie einen Maßnahmekatalog, wie Sie Ihre Stärken ausbauen können.
- Beschaffen Sie sich Informationsmaterial, um zu sehen, wie sich Ihr Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb entwickelt.
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Software & Internettools
Gerade Existenzgründer und Jungunternehmer haben oft Schwierigkeiten, die Leistungsfähigkeit Ihres Betriebs richtig einzuschätzen. Die Unsicherheit beruht meistens darauf, dass sie ihre Branche nicht gut genug kennen. Abhilfe verspricht hier das Institut für Handelsforschung (IfH) an der Universität Köln: mithilfe von CD-ROMs, auf denen die Ergebnisse ausgewählter Branchen im Einzel-, Großhandel sowie Dienstleistungsbereich ausführlich und differenziert dargestellt sind. Die Auswertung umfasst die Umsatz-, Kosten-, Spannen- und Gewinnzahlen sowie betriebliche Leistungskennziffern, jeweils gegliedert nach Leistungsklassen wie zum Beispiel nach Orts- und Umsatzgrößen oder nach Geschäftslagen.
Hier erfahren Sie mehr
- Wikipedia: Betriebswirtschaftliche Kennzahl (Servicelink 02-17-01)
- Kennzahlen im Überblick (Servicelink 02-17-02)
- Erläuterung von Kennzahlen (Servicelink 02-17-03)
- GründerZeiten Nr. 26: Kennzahlen und Betriebsvergleich (Servicelink 02-17-04)
- Kennzahlen auf CD-ROM (Servicelink 02-17-05)
- Claus Meyer: Betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Kennzahlen-Systeme (ab 18 Euro) (Servicelink 02-17-06)