Investitionsrechnung und -finanzierung

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Ich habe ein günstiges Angebot für den Kauf einer Maschine erhalten. Kann ich mir diese Investition überhaupt leisten?

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Ihr Zögern und Ihre Fragestellung zeigen, dass Sie bei der Planung Ihres Unternehmens nichts dem Zufall überlassen. Bevor Sie sich jedoch mit der Investition und möglichen Finanzierungsformen befassen, sollten Sie prüfen, ob die Maschine wirklich Vorteile bringt, zum Beispiel Kostensenkungen oder Qualitätssteigerungen.




Selbstverständlich widerspricht es jeglicher wirtschaftlicher Vernunft, Geld in eine teure Maschine zu investieren, die nur sporadisch zum Einsatz kommt und Ihnen damit nur unwesentliche Kosteneinsparungen ermöglicht. Jede Investition, die Sie tätigen, sollte sich auch nach einer gewissen Zeit amortisieren, das heißt bezahlt machen.

Beispiel: Sie investieren 60.000 Euro in eine Maschine. Die Nutzungsdauer beträgt zehn Jahre, die jährliche Abschreibung somit 6.000 Euro. Durch die Maschine erhöht sich Ihr Gewinn nach Abzug der Abschreibung um 4.000 Euro pro Jahr.

Amortisationszeit (in Jahren) = Kapitaleinsatz dividiert durch den durchschnittlichen jährlichen Zusatzgewinn zuzüglich jährliche Abschreibung

Amortisationszeit = 60.000 / (4.000 + 6.000) = 6 Jahre

Seien Sie auch mit vermeintlichen Schnäppchen vorsichtig. Manche dieser Angebote entpuppen sich im Nachhinein als echte Geldverschwendung. Außerdem sollten Sie generell nur in Güter investieren, die in Ihrer Unternehmensplanung auch vorgesehen sind.

Sind Sie nach Prüfung dieser Fragen zu dem Schluss gekommen, dass Ihnen die Maschine einen tatsächlichen Mehrwert bietet, sollten Sie sich mit den Finanzierungsmöglichkeiten befassen.

  • Am einfachsten wäre es natürlich, wenn Sie Ihre Investitionen grundsätzlich komplett mit Eigenkapital, das heißt ausschließlich mit Ihren eigenen Ersparnissen, finanzieren könnten. Allerdings dürften nur die wenigsten Jung­­unternehmer in dieser komfortablen Situation sein, zumal die Investitionen oft höher ausfallen, als erwartet.
  • Folglich sind die meisten Unternehmer darauf angewiesen, sich zusätzliche Finanzierungsquellen zum Erschließen, beispielsweise in Form von Bankdarlehen.
  • Weitaus günstiger als Bankdarlehen sind öffentliche Förderprogramme, die vor allem in den ersten fünf Jahren nach der Gründung Hilfe versprechen.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie einen stillen Gesellschafter oder eine Beteiligungsgesellschaft mit ins Boot nehmen.


Bei öffentlichen Darlehen müssen Sie allerdings darauf achten, dass Sie diese Mittel meist nicht kurzfristig erhalten. Folglich kann es sein, dass es zu Problemen mit der Finanzierung kommt, weil Sie die Maschine sofort bezahlen müssen, die Auszahlung der öffentlichen Gelder jedoch erst viel später erfolgt.

Eine Alternative zu den aufgezeigten Finanzierungsquellen ist Leasing. Die Kosten für ein geleastes Objekt sind zwar in der Regel höher als bei einem Kauf. Dennoch hat Leasing zwei entscheidende Vorteile: Erstens schont es Ihre Liquidität, zweitens können Sie Ihr Eigenkapital für andere Zwecke einsetzen.



Die nächsten Schritte



Expertentipps:


  • Inwieweit ist die Investition notwendig bzw. sinnvoll?
  • Ist die Investition in Ihren Planungen vorgesehen oder lässt sie sich nachträglich integrieren?
  • Sind die personellen Voraussetzungen für die Inbetriebnahme der Maschine gegeben oder müssen Sie Ihre Mitarbeiter erst schulen lassen?
  • Sind Sie in der Lage, die Wartungsarbeiten an der Maschine selbst durchzuführen? Was kostet ggf. der Kundendienst?
  • Entspricht die (gebrauchte) Maschine den Sicherheitsanforderungen und den Unfallverhütungsvorschriften? Verfügt Sie über eine CE-Kennzeichnung, die bestätigt, dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht?
  • Erkundigen Sie sich nach staatlichen Förderprogrammen, die für Sie infrage kommen. Informationen dazu gibt’s bei den Industrie- und Handelskammern und beim Wirtschaftsministerium des Bundes oder Ihres Bundeslandes.
  • Öffentliche Darlehen durch die KfW müssen Sie bei Ihrer Hausbank und auf jeden Fall vor der entsprechenden Investition beantragen.
  • Bevor Sie ein Bankdarlehen aufnehmen, sollten Sie Gespräche mit verschiedenen Kreditinstituten führen und die angebotenen Konditionen sorgfältig miteinander vergleichen.
  • Seit die Banken genaue Rating-Richtlinien („Basel II“) haben, wird das Risiko jedes Kredits geprüft. Bereiten Sie sich gut auf die Gespräche vor und beweisen Sie durch eine schriftliche Unternehmenskonzeption Ihre Kompetenz.

Hier erfahren Sie mehr

  • Wikipedia: Investitionsrechnung (Servicelink 02-19-01)
  • Wikipedia: Amortisationsrechnung (Servicelink 02-19-02)
  • GründerZeiten Nr. 13: Leasing (Servicelink 02-19-03)
  • Finanzierungsquellen (Servicelink 02-19-04)
  • Finanzierungsalternativen (Servicelink 02-19-05)
  • Heinz L. Grob: Einführung in die Investitionsrechnung (30 Euro) (Servicelink 02-19-06)
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