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Ob Sie wollen oder nicht: Als Unternehmer werden Sie laufend mit Problemen konfrontiert, zu deren Lösung juristisches Wissen notwendig ist. Wenn Sie nicht ständig einen Rechtsanwalt beschäftigen wollen, sollten Sie sich also selbst einen Überblick über die wichtigsten Regelungen verschaffen. Und das nicht nur, weil Sie für die Kosten der Rechtsberatung zumeist selbst aufkommen müssen, da eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung nur einen Teil der in der Praxis relevanten Beratungsbedarfe abdeckt. Wenn Sie sich selbst informieren, werden Sie sich sicherer fühlen und bessere Entscheidungen treffen können.
Das beginnt schon mit der von Ihnen gewählten Rechtsform und Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Die begrenzte Haftung einer GmbH zum Beispiel greift nur, wenn Ihren Geschäftspartnern klar ist, dass sie es mit einer GmbH und nicht mit einem Einzelunternehmer zu tun haben. Deshalb dürfen Sie in Geschäftsbriefen, wozu auch E-Mails gehören können, niemals die Pflichtangaben zur GmbH vergessen. Auch Ihre AGB greifen nur, wenn sie wirksam eingebunden sind. Eine Veröffentlichung auf der Website des Unternehmens reicht nicht aus, der Kunde muss der Wirkung Ihrer ABG zustimmen oder sie vor Vertragsabschluss in geeigneter Form zur Kenntnis erhalten.
Ihren Kunden gegenüber haften Sie im Rahmen der Gewährleistung für die Funktionsfähigkeit Ihrer Produkte. Kennen Sie den Unterschied zur Garantie? Wissen Sie, wann Kulanz angebracht ist und wann Sie eher hart bleiben sollten? Haben Sie für sich und Ihre Mitarbeiter eine klare Regelung dazu festgelegt oder entscheiden Sie als Chef immer fallweise?
Je nach Betrieb kann großer Schaden dadurch entstehen, dass Sie fehlerhafte Teile liefern, die Ihr Kunde verbaut. Vielleicht sind Sie oder Ihr Kunde sogar zum Rückruf verpflichtet. Das kann teuer werden. Wie ist in einem solchen Fall Ihre rechtliche Position?
Nicht zuletzt spielen juristische Fragen auch gegenüber Mitarbeitern eine wichtige Rolle. Sie freuen sich über gute Leistungen und wollen diese belohnen? Dann achten Sie darauf, dass freiwillige Leistungen wirklich freiwillig bleiben und sich daraus kein Anspruch auf dauerhafte Erbringung ergibt. Ein anderer häufiger Fall: Mitarbeiter plaudern über betriebliche Interna, verraten vielleicht sogar Betriebsgeheimnisse. Indem Sie zusammen mit dem Arbeitsvertrag eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben lassen, können Sie dem zumindest rechtlich gesehen vorbeugen.
Zu Streit kommt es häufig auch mit Wettbewerbern. Eine immer größere Rolle spielen dabei Nachahmer, die aus dem Ausland stammen. Aber auch im Inland entstehen schnell Konflikte. Besonders im Zusammenhang mit Ihrer Firmenwebsite kann es zu Abmahnungen kommen, zum Beispiel weil Sie Beiträge oder Fotos unberechtigterweise verwenden oder einen Link zu Websites mit fragwürdigem Inhalt zugelassen haben. Hier erfahren Sie, wie Sie damit am besten umgehen. Häufiger Streitpunkt ist auch der Rücktritt bei Fernabsatzverträgen, also Verkäufen, die zum Beispiel über das Internet zustande gekommen sind. Haben Sie bzw. wurden Sie korrekt über die Rücktrittsrechte aufgeklärt? Wenn nicht, verlängert sich die Frist, in der eine Rückgabe des gekauften Produktes möglich ist.
Ihre Rechte und Pflichten sollten Sie auch in Bezug auf Verträge kennen, die Sie selbst als Kunde mit anderen abschließen. Besonders viele Fragen tauchen rund um das Thema „Leasing“, zum Beispiel beim Firmenwagen, auf. Mietverträge verursachen ebenfalls einen besonders großen Kostenfaktor. Wann kann der Vermieter eigentlich die Miete erhöhen? Unter welchen Bedingungen kann er Ihnen kündigen, wenn ein anderer bereit ist, eine höhere Miete zu bezahlen? Und wer trägt die Kosten, wenn zum Beispiel Bauarbeiten am Gebäude zu einem Umsatzausfall führen? All diese Fragen beantworten wir im Folgenden zumindest in Grundzügen.
Achtung: Auch nach der Lektüre dieses Kapitels werden Sie nicht auf den Rat Ihres Anwalts verzichten können, aber Sie werden sicherlich einen besseren Überblick über Ihre rechtliche Position haben.
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