Finanz- und Liquiditätsplanung

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Die Insolvenz eines Kunden hat meinen Finanzplan völlig über den Haufen geworfen. Soll ich den Plan jetzt umschreiben? Oder kann ich darauf verzichten, weil es sowieso meist anders kommt als gedacht?

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Natürlich ist die Insolvenz Ihres Kunden eine sehr unangenehme Sache. Zunächst einmal sollten Sie Ihre Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden. In der Regel werden Sie wenigstens einen Teil des offenen Betrages abschreiben müssen. Korrigieren Sie Ihre Finanzplanung bezüglich Zahlungshöhe sowie -zeitpunkt. Gerade in einer solchen Situationen wäre der Verzicht auf eine Finanzplanung geradezu fahrlässig.




Als Unternehmer müssen Sie ständig den Überblick über Ihre verfügbaren finanziellen Mittel haben. Ist dies nicht der Fall, kann ganz schnell eine Schieflage entstehen. Zahlungsschwierigkeiten sind einer der Hauptgründe, warum Unternehmen pleitegehen – nicht nur in der Gründungsphase.

Um sicherzustellen, dass Sie Ihre laufenden Rechnungen und Kosten jederzeit begleichen können, sollte Ihre Finanz- und Liquiditätsplanung mindestens drei Monate umfassen. Achten Sie zudem darauf, dass Sie Ihren Plan permanent den aktuellen Erfordernissen und Gegebenheiten anpassen.

Damit der Finanzplan als wirksames Instrument bei Ihrer Unternehmensplanung eingesetzt werden kann, sollten Sie bei der Berechnung Ihrer Liquidität wie folgt vorgehen:

  • Ermitteln Sie Ihre voraussichtlichen Einnahmen: Umsatzerlöse, Privateinlagen, Sonstiges. Hinzu kommen Ihre liquiden Mittel (Kassenbestände, Bankguthaben).
  • Machen Sie eine Aufstellung, welche Ausgaben wann und in welcher Höhe anfallen. Dazu gehören Löhne und Gehälter, Sozialabgaben, Waren- und Materialkosten, Miete, Kosten für Verwaltung, Marketing und Vertrieb, Steuern, Versicherungen, Aufwendungen für Zinsen und Tilgung, Investitionen, Privatentnahmen und Sonstiges.
  • Subtrahieren Sie die Ausgaben von den Einnahmen.
  • Ergibt sich eine positive Zahl (Überdeckung), so ist Ihre Zahlungsfähigkeit gewährleistet. Bei einem negativen Wert (Unterdeckung) müssen Sie frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten, das heißt, weitere Umsatzpotenziale generieren, Ausgaben strecken, Privateinlagen tätigen oder mit der Bank sprechen, um Ihren Kontokorrentkredit zu erhöhen.


Erfassen Sie sämtliche Zahlungsströme vollständig und geben Sie die Beträge und Fälligkeitsdaten der Zahlungen möglichst genau an. Außerdem sollten Sie nicht zu knapp kalkulieren. Rechnen Sie lieber mit zu hohen als mit zu niedrigen Ausgaben. Durch eine vorsichtige Kalkulation verfügen Sie, selbst wenn es zu Zahlungsausfällen kommt oder unvorhergesehene Investitionen notwendig werden, über einen ausreichenden finanziellen Puffer.



Die nächsten Schritte



Expertentipps:


  • Als Erstes sollten Sie Ihren Finanzplan aktualisieren.
  • Prüfen Sie anschließend, welche Möglichkeiten Sie haben, um Ihre Kosten zu senken und Ihre Liquidität zu verbessern.
  • Skonti und Boni (also Rabatte bei zeitnaher Zahlung) wirken oftmals Wunder, um die Zahlungsmoral Ihrer Kunden zu erhöhen.
  • Reduzieren Sie Ihre Lagerbestände.
  • Größere Ausgaben lassen sich eventuell vermeiden, indem Sie Vermögensgegenstände leasen, sie also mieten anstatt sie zu kaufen.
  • Schätzen Sie die Zahlungsmoral Ihrer Kunden nicht zu optimistisch ein
  • Prüfen Sie vor dem Abschluss wichtiger Verträge stets die Zahlungsfähigkeit Ihres Kunden. Dazu können Sie Informationen und Hinweise Ihrer Bank, von Auskunfteien oder aus dem Internet nutzen.
  • Gibt es negative Informationen über Ihren Geschäftspartner, sollten Sie Ihre Bedenken in den Vertragsverhandlungen offen ansprechen.
  • Sichern Sie Ihre Forderungen bereits beim Vertragsschluss ab. Anstatt einer Komplettzahlung nach Abwicklung des Geschäfts sollten Sie feste Raten nach einzelnen Teilschritten vereinbaren. Eine Alternative dazu ist, dass ein Dritter für Ihren Geschäftspartner eine Bürgschaft übernimmt.

Software & Internettools

Da Unternehmer keine regelmäßigen Gehaltszahlungen erhalten, ist ihre Liquidität meistens starken Schwankungen ausgesetzt. Folglich besteht die Gefahr, den Überblick über die Zahlungsfähigkeit sowie die tatsächliche Vermö- genslage zu verlieren. Deshalb empfehlen wir Ihnen, dass Sie Ihre betriebliche und Ihre private Finanzplanung verzahnen. Den besten Überblick über Ihre gesamte Liquiditätslage behalten Sie, wenn Sie dabei auf Software zurückgreifen, die Sie auch im Internet finden. Damit können Sie außerdem die Dateneingabe optimieren. Beispiel: Servicelink 02-07-07.


Hier erfahren Sie mehr

  • Wikipedia: Finanzplan (Servicelink 02-07-01)
  • Focus.de: Jederzeit flüssig? (Servicelink 02-07-02)
  • Checkliste Liquiditätsvorschau (Servicelink 02-07-03)
  • Gründerstadt.de: Stichwort Finanzierung (Servicelink 02-07-04)
  • Manalex.de: Finanzplan und Finanzplanarten (Servicelink 02-07-05)
  • Stephan Kaiser: Der Finanzplan (12,50 Euro) (Servicelink 02-07-06)
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