Es geht um Ihr Geld: So behalten Sie den Überblick

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 Bild:Frage.gif Mein wichtigster Lieferant hat mir eine Mahnung geschickt. Mein Kontokorrent ist aber gerade ausgeschöpft. Was kann ich tun?
 Bild:Antwort.gif Gut, dass Sie den Kopf nicht in den Sand stecken: Kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten sind zwar unangenehm und teuer – sie kommen aber in den besten Unternehmen vor. Meistens lässt sich schnell eine für alle Beteiligten [...]

 Bild:Frage.gif Mein Umsatz als Einzelhändler beträgt 300.000 Euro pro Jahr, mein laufendes Konto darf ich aber nur bis 5.000 Euro überziehen.
 Bild:Antwort.gif Sie erkennen daran, dass Umsatzhöhe nicht das einzige Entscheidungskriterium für das Kreditlimit ist. Das Vertrauen der Bank in Ihre Kreditwürdigkeit hält sich offenbar in Grenzen. Das muss aber kein Schaden sein: Ein hoher Kontokorrentkredit ist [...]

 Bild:Frage.gif Für die Ausweitung des Kontokorrentkredites verlangt die Bank zusätzliche Sicherheiten! Muss ich das akzeptieren?
 Bild:Antwort.gif Grundsätzlich: Nein. Schließlich sind Sie kein Bittsteller, sondern gleichberechtigter Verhandlungspartner der Bank. Trotzdem kann am Ende der Verhandlung [...]

 Bild:Frage.gif Die Bank sagt, ich entnehme zu viel aus dem Unternehmen. Ist das richtig? Was darf ich denn verdienen?
 Bild:Antwort.gif Gegenfrage: Wie viel müssen Sie verdienen, um Ihren Lebensunterhalt und den Ihrer Familie bestreiten zu können? Falls Sie das nicht genau wissen, sollten Sie mit einer nüchternen Bestandsaufnahme Ihres privaten Finanzbedarfs [...]

 Bild:Frage.gif Der Firmenkundenberater meiner Bank will mich persönlich sprechen! Welche Zahlen und Fakten muss ich für das Gespräch haben?
 Bild:Antwort.gif Eine "Vorladung" zum Bankgespräch ist bestimmt kein Vergnügen - Anlass zur Panik besteht aber auch nicht: Im Interesse einer dauerhaft vertrauensvollen Zusammenarbeit sollten Sie am besten gleich die wichtigsten Karten [...]

 Bild:Frage.gif Planwirtschaft kann nicht funktionieren, das ist doch bewiesen. Warum soll ich also Pläne aufstellen?
 Bild:Antwort.gif Natürlich sind Planzahlen allein kein Garant für ein erfolgreiches Unternehmen. Wenn Sie keine tragfähige Geschäftsidee und keine ausreichenden unternehmerischen Fähigkeiten besitzen, nutzen auch die besten Pläne nichts. Allerdings [...]

 Bild:Frage.gif Die Insolvenz eines Kunden hat meinen Finanzplan völlig über den Haufen geworfen. Soll ich den Plan jetzt umschreiben?
 Bild:Antwort.gif Natürlich ist die Insolvenz Ihres Kunden eine sehr unangenehme Geschichte. Selbst wenn Sie Ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter angemeldet haben, müssen Sie davon wohl einen Großteil abschreiben. Leider werden [...]

 Bild:Frage.gif Meine Umsatzzahlen sind niedriger, die Kosten dagegen höher als erwartet. Was ist da nur schiefgelaufen?
 Bild:Antwort.gif Das ist leider nicht auszuschließen. Allerdings sollten Sie deshalb nicht in Panik geraten. Andererseits sollten Sie die beschriebenen Indikatoren auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Nicht selten sind das erste Warnzeichen [...]

 Bild:Frage.gif Die Bilanz weist einen Gewinn aus, mein Konto ist aber überzogen. Wo ist der Gewinn geblieben?
 Bild:Antwort.gif Wenn sich der buchhalterisch ermittelte Gewinn nicht auf Ihrem Konto wiederfindet, haben Sie das Geld für Zwecke verwendet, die bei der Gewinnermittlung nicht berücksichtigt werden: Die Hauptverdächtigen sind [...]

 Bild:Frage.gif Ich habe Gewinn gemacht, gute Umsätze und trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht. Was habe ich denn falsch gemacht?
 Bild:Antwort.gif Wenn Sie trotz guter Umsatzlage und ordentlichen Gewinnen in Zahlungsnot geraten, kann das auf unverhältnismäßig hohe oder falsch finanzierte Investitionen zurückzuführen sein. Unter Umständen sind aber auch Ihre Kosten oder [...]

 Bild:Frage.gif Ich habe gerade drei große Aufträge abgewickelt, doch es sind noch keine Gelder eingegangen. Was kann ich unternehmen?
 Bild:Antwort.gif Kurzfristig können Sie nur Schadensbegrenzung betreiben. Auf Dauer sollten Sie jedoch konsequente Bonitätsprüfungen in Erwägung ziehen, die Voraussetzungen für ein professionelles Forderungsmanagement schaffen. Prüfen Sie zudem, ob [...]

 Bild:Frage.gif Mein bester Kunde zahlt seine Rechnung nicht. Wenn ich jetzt aber heftig mahne, dann kommt der nächste Auftrag nicht.
 Bild:Antwort.gif Ihre Bedenken sind nur zu verständlich: Wer will schon seinen besten Kunden verlieren!? Andererseits dürfen Sie sich auch nicht "erpressbar" machen. Schließlich haben Sie Ihren Teil der Vereinbarung doch eingehalten - also haben Sie auch [...]

 Bild:Frage.gif Kürzlich habe ich eine Maschinenanschaffung vorgenommen und über den Kontokorrentkredit finanziert!
 Bild:Antwort.gif Wenn Sie Ihren Kontokorrentkredit für Investitionen nutzen, schränken Sie Ihren finanziellen Spielraum gefährlich ein und wandeln ständig am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Als Alternative [...]

 Bild:Frage.gif Controlling? Das ist doch für große Unternehmen! Ich kontrolliere meine Mitarbeiter und brauche niemanden, der mich kontrolliert!
 Bild:Antwort.gif Wie viele andere unterliegen auch Sie einem häufigen Missverständnis. Der Begriff „Controlling“ hat nichts mit Kontrolle im Sinne von Überwachung zu tun. Vielmehr ist es ein wichtiges Instrument zur Führung und Steuerung des [...]

 Bild:Frage.gif Bietet die Konkurrenz billiger an, unterbiete ich den Preis. Kalkulieren kann man das nicht. Wozu sollte das auch gut sein?
 Bild:Antwort.gif Natürlich ist es wichtig, dass Sie Ihre Mitbewerber im Blick haben. Aber wenn Sie Ihre Preise allein an denen der Konkurrenz orientieren, werden Sie vielleicht höhere Umsätze erzielen, aber möglicherweise nicht mehr auf Ihre Kosten kommen. Vermeiden [...]

 Bild:Frage.gif Für mich war das immer Theorie und nichts für mein Unternehmen. Ist das eigentlich richtig?
 Bild:Antwort.gif Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung sind wichtige Controlling-Instrumente, die sich auch sehr gut zum Einsatz in kleineren Betrieben eignen. Zumal fehlendes Controlling insbesondere bei Klein- und Jungunternehmern einer der [...]

 Bild:Frage.gif Betriebswirtschaftliche Kennzahlen – die Zahlen kenne ich nicht und weiß sie auch nicht einzuschätzen.
 Bild:Antwort.gif Da sind Sie garantiert nicht der Einzige. Selbst viele erfahrene Firmenlenker neigen dazu, betriebswirtschaftliche Kennzahlen zu vernachlässigen und nur als Spielwiese für Controller zu betrachten. In der Tat ist es sehr [...]

 Bild:Frage.gif Wo bekomme ich Vergleichszahlen her? Von meiner Konkurrenz, von anderen Branchen, vom Bundesdurchschnitt?
 Bild:Antwort.gif Bei der Beurteilung Ihrer Umsatz-, Kosten- und Gewinnsituation tun Sie tatsächlich gut daran, ein Blick über den betrieblichen Tellerrand zu werfen. Brauchbare und erschwingliche Informationsquellen gibt es inzwischen an [...]

 Bild:Frage.gif Ich habe ein günstiges Angebot für den Kauf einer Maschine erhalten. Kann ich mir diese Investition aber überhaupt leisten?
 Bild:Antwort.gif Ihr Zögern und Ihre Fragestellung zeigen, dass Sie bei der Planung Ihres Unternehmens nichts dem Zufall überlassen. Sie wissen, dass es mit einer guten Geschäftsidee allein längst nicht getan ist. Mindestens ebenso wichtig ist es, eine [...]

 Bild:Frage.gif Manchmal denke ich, ich bin der einzige Unternehmer, der ohne Beihilfen auskommt: Welche Fördermittel kommen denn in Frage?
 Bild:Antwort.gif Dass Sie bislang ohne Fördermittel ausgekommen sind, ist ein ausgesprochen gutes Zeichen: Manche Subventions-"Ritter" verlieren vor lauter Fixierung auf öffentliche Beihilfen ihren eigentlichen Geschäftszweck aus den Augen. Hinzu [...]

Die von Unternehmern am häufigsten gewählte Strategie zum Umgang mit Geld und Finanzen ist das „Management by Kontostand“. Man holt mehr oder minder regelmäßig die Kontoauszüge von der Bank, freut sich über Zahlungseingänge und ärgert sich über -ausgänge. Man tätigt Anschaffungen und Überweisungen, wenn der Kontostand positiv ist, und ist ratlos, wenn trotz guter Ertragslage der Kontostand immer häufiger ins Minus fällt.

Diese Strategie, die – ein ausreichendes Einkommen vorausgesetzt – im Privatleben noch halbwegs funktionieren mag, ist als Managementinstrument für ein Unternehmen nicht zu gebrauchen. Selbst Einzelunternehmer verlieren schnell den Überblick und riskieren Ärger mit der Bank. Bei Betrieben mit mehreren Mitarbeitern ist eine solche Vorgehensweise in keinster Weise ausreichend, sondern sogar regelrecht gefährlich. Es werden dringend zusätzliche Planungsinstrumente gebraucht, um Geld und Finanzen im Griff zu behalten.

Eines der wichtigsten Instrumente dafür ist der Businessplan. Jeder Unternehmer kennt ihn, denn er ist Voraussetzung dafür, staatliche Gründungsförderung sowie Bankkredite zu erhalten. Allerdings ist es nicht damit getan, einmal einen Plan zu schreiben und ihn nach Erhalt der Gelder zu vergessen. Vielmehr sollte der Businessplan regelmäßig an die tatsächliche Entwicklung der Kosten und Umsätze angepasst werden. Wenn Sie das tun, erkennen Sie frühzeitig, ob Sie vielleicht auf eine Finanzierungslücke zusteuern, und können rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel neue Umsatzquellen erschließen, Kosten reduzieren oder zusätzliche Finanzierungsmittel einwerben.

Im Mittelpunkt steht die kurz- und mittelfristige Liquiditätsplanung: Wann kommen welche Gelder herein? Wann stehen welche Auszahlungen an? Wer seine Zahlen im Griff hat, kann sich rechtzeitig um eine Erhöhung des Kontokorrents kümmern und überlegen, welche Sicherheiten er der Bank für einen zusätzlichen Kredit anbieten kann. Zugleich hat er die Zahlen und Daten parat, die sein Verhandlungspartner bei der Bank sich wünscht. Ein Unternehmer, der den Gesamtüberblick behält, kann in solchen Situationen generell souveräner auftreten.

Wer sich dagegen auf das Management by Kontostand verlässt, kann – für sich selbst und andere überraschend – in Zahlungsschwierigkeiten geraten und untergräbt zugleich das Vertrauen der Bank in seine kaufmännischen Fähigkeiten. Geraten Sie in eine solche Situation, hilft es nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Wichtig ist es, schnell eine Lösung für das akute Problem zu finden (zum Beispiel einen Zahlungsaufschub auszuhandeln) und sich dann die Zeit zu nehmen, um eine ordentliche Planung aufzusetzen – am besten mithilfe eines Unternehmensberaters.

Eine der häufigsten Ursachen für Zahlungsschwierigkeiten: Sie sind in Vorleistung gegangen und die Kunden zahlen für die erbrachten Leistungen nicht oder zu spät. Damit sich solche Zitterpartien nicht ständig wiederholen, sollten Sie künftig vorab Auskunft über die Bonität des Schuldners einholen und/oder auf Anzahlungen oder Teilzahlungen bestehen – vor allem wenn es um größere Beträge geht. Nach der Rechnungsstellung können Sie Ihre eigene finanzielle Lage durch ein straff organisiertes Forderungsmanagement deutlich verbessern. Beachten Sie, dass schon lange nicht mehr drei Mahnstufen nötig sind. Finden Sie schnellstmöglich heraus, ob ein Kunde zahlungswillig ist oder nicht, und erwägen Sie neben dem gerichtlichen Mahnverfahren bei kleineren Beträgen die Beauftragung eines Inkassobüros.

Eine weitere Liquiditätsfalle sind kurzfristig finanzierte Investitionen. Diese entfalten ihren Nutzen erst über mehrere Jahre hinweg und sollten in der Regel entsprechend langfristig finanziert werden. Deshalb umfasst dieses Kapitel einen Crashkurs in Investitionsrechnung und -finanzierung.

Hinzu kommt, dass Unternehmer oft übersehen, dass sich nicht alle Produkte und Dienstleistungen, die sich im Lauf der Zeit in ihrem Angebotsspektrum angesammelt haben, auch wirklich rechnen. Erfahrungsgemäß sorgen 20 Prozent der Leistungen für 80 Prozent des Überschusses. Auch wenn das Verhältnis bei Ihnen 30 zu 70 betragen mag: Sicherlich gibt es Aktivitäten, die für Sie nur wenig rentabel sind. Doch es ist gar nicht so einfach zu erkennen, welche Produkte sich lohnen und welche eher Verluste einbringen. Deshalb ist eine Produkt- und Preiskalkulation sinnvoll. Finden sich in Ihrem Unternehmen mehrere Abteilungen und Produkte, ist als Basis eine Kostenstellen- und -trägerrechnung sinnvoll. In diesem Kapitel erfahren sie, was es mit diesen Begriffen auf sich hat. Darüber hinaus erklären wir, was sich hinter dem Begriff „Controlling“ verbirgt und wieso Sie eines benötigen – zumindest in rudimentärer Form. Wir wollen Sie zudem ermutigen, Kennzahlen zu generieren, um sich die Entwicklung Ihres Geschäfts über die Jahre hinweg transparent zu machen und ihr Unternehmen mit anderen in der Branche vergleichbar zu machen. Ziel ist es, die eigenen Zahlen nicht nur im Griff zu haben, sondern sie als Maßstab zu verwenden, damit Sie sich immer weiter verbessern und ganz vorn im Wettbewerbsvergleich positionieren können.

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