Eigener Fuhrpark?

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Lohnt es sich heutzutage überhaupt noch, die Produkte selbst auszufahren? Ist ein eigener Fuhrpark nicht viel zu teuer?

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Ob es sinnvoller ist, dass Sie weiterhin einen eigenen Fuhrpark betreiben und Ihre Produkte an die Kunden ausliefern oder Transporte und Lieferungen einem Dienstleister überlassen, hängt von mehreren Faktoren ab. Grundsätzlich ist zu klären, was beim Transport Ihrer Waren speziell zu beachten ist.




Bevor die Kosten für einen eigenen und einen externen Fuhrpark zu vergleichen, sollten Sie sich fragen: Welche Anforderungen stellen sich an den Transport? Erarbeiten Sie sich dann in drei Schritten Ihre Entscheidung.

Erster Schritt:
Klären Sie die Anforderungen Ihrer Kunden an die Transport- und Lieferleistung. Gibt es eventuell Liefer- oder Handhabungsvorschriften, die eine Vergabe an einen Dienstleister besonders teuer werden lassen? Überprüfen Sie genau, ob auf dem normalen Transportweg die Produkte leicht beschädigt werden könnten. Finden Sie zudem heraus, ob Ihre Produkte besonders verpackt sein müssen. Auch über den Personalbedarf, der für den Transport Ihrer Produkte erforderlich ist, müssen Sie nachdenken. Liefern Sie mit Ihrem Fuhrpark besondere Dienstleistungen, zum Beispiel die Montage, und kann diese auch ein Dienstleister erbringen?
Zweiter Schritt:
Sammeln Sie Informationen über die Mengen an Waren, die Sie mit Ihrem Fuhrpark bewegen müssen. Machen Sie sich ein möglichst genaues Bild davon, wie Ihr Fuhrpark tatsächlich genutzt wird. Überprüfen Sie zum Beispiel, wie viel Prozent der verfügbaren Zeit er in Betrieb ist (zum Beispiel von potenziellen acht Stunden/Tag zwei Stunden Fahrzeit = 25 Prozent). Außerdem ermitteln Sie die prozentuale Auslastung Ihrer Fahrzeuge (zum Beispiel: genutzte Ladefläche aller Lieferungen imMittelwert etwa 35 Prozent). Dann klären Sie noch, an wie vielen Tagen im Jahr Ihr Fuhrpark im Einsatz war und wie viele Leerfahrten vomKunden zurück durchgeführt wurden.
Dritter Schritt:
Wenn die beiden ersten Schritte ergeben, dass ein Dienstleister eine ernsthafte Alternative zum eigenen Fuhrpark darstellt, prüfen Sie im dritten Schritt die Wirtschaftlichkeit. Berechnen Sie, was Ihre Transporte insgesamt im Jahr kosten. Berücksichtigen Sie dabei alle Kosten, die direkt mit Ihrem Fuhrpark zusammenhängen. Wählen Sie dazu erst einmal einen einfachenWeg. Wenn Sie sich danach noch nicht sicher sind, holen Sie den Rat Ihres Steuerberaters oder eines Experten aus dem Fuhrpark-Management ein. Rechnen Sie alle Kosten eines Jahres, die Sie direkt dem Fuhrpark zuordnen können, zusammen. Es sollten immer mindestens folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Anschaffungskosten für Fuhrpark (Jahresanteil für Abschreibungen oder Leasingraten)
    • Finanzierungskosten
    • Betriebskosten (Kosten für die Nutzung des Fuhrparks)
    • Kraftstoffkosten
    • Wartungskosten
    • Betriebsmittel und Ersatzteile
    • Steuern / Versicherungen
    • Sonstige direkte Fuhrparkkosten
  • Kosten für Fahrer und eventuell Beifahrer (auch die eigene Zeit berücksichtigen)
Wenn Ihnen die Jahreskosten vorliegen, vergleichen Sie diese Summe mit Angeboten möglicher Dienstleister. Benutzen Sie dazu die aus der Ist-Analyse vorliegenden Daten (zweiter Schritt). Achten Sie streng darauf, dass die Kosten in den Angeboten auch den Rahmenbedingungen entsprechend gerechnet sind. Stehen die beiden Rechnungen nebeneinander, können Sie in der Regel gut erkennen, ob sich der eigene Fuhrpark tatsächlich lohnt.



Die nächsten Schritte



Expertentipps:


  • Klären Sie die Kundenanforderungen genau.
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Fuhrpark den Anforderungen entspricht.
  • Erfassen Sie die Ist-Situation Ihrer Transporte.
  • Bereiten Sie Anfragen an die Dienstleister vor.
  • Versenden Sie Anfragen an mindestens drei Dienstleister.
  • Werten Sie die Angebote aus.
  • Vergleichen Sie die Angebote mit den Kosten für Ihren eigenen Fuhrpark.


  • Sie müssen sich nicht hundertprozentig für oder gegen Ihren Fuhrpark entscheiden. Es gibt einige sinnvolle Mischformen.
  • Wenn Sie sich für einen Dienstleister entscheiden, berücksichtigen Sie nicht nur die Transportkosten, sondern lassen Sie sich Referenzen geben und prüfen Sie diese auch.
  • Berücksichtigen Sie bei der Bewertung des eigenen Fuhrparks den gesamten administrativen Aufwand, beziehen Sie dabei auch die notwendigen Schulungen und Behördengänge ein.
  • Wägen Sie die wesentlichen Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösungen gegeneinander ab.

Software- & Internet-Tools

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  • TÜV Süd: Fuhrparkmanagement (Servicelink 06-06-03)
  • Siegfried Kerler: Fuhrpark- und Flottenmanagement (49 Euro) (Servicelink 06-06-04)
  • Thomas Klann: Fuhrparkoutsourcing – Chancen oder Risiken (ab 38 Euro) (Servicelink 06-06-05)
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