BWA verstehen

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Ich erhalte jeden Monat eine betriebswirtschaftliche Auswertung, verstehe sie aber nicht und lege sie einfach ab. Welche wichtigen Informationen für mich stehen da eigentlich drin?

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Sicher geht es Ihnen nicht allein so. Zahlreiche Unternehmer, die keine buchhalterischen Vorkenntnisse haben, kapitulieren angesichts des Zahlensalats, das die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) auf den ersten Blick bietet. Damit machen sie allerdings einen Fehler, denn die BWA dient als wichtiges Informations- und Steuerungsinstrument.




Kurz gesagt handelt es sich bei der BWA um eine Auswertung der aktuellen Zahlen der Buchhaltung, die in detaillierter Form einen Überblick über die finanzielle Lage und die betriebliche Entwicklung bietet – sowohl in absoluten Zahlen als auch in Prozent. Eine weitere Stärke der Auswertung ist der Zahlenvergleich mit vorangegangenen Zeiträumen. Damit können Sie die BWA auf drei verschiedene Arten nutzen:

  • Unternehmerische Entscheidungshilfe: Anhand der Vergleichszahlen mit dem Vorjahr bzw. Vormonat erkennen Sie Entwicklungen (zu hohe Kosten, zu niedriger Umsatz) und können geeignete Maßnahmen ergreifen, um Ihr Betriebsergebnis zu verbessern.
  • Branchenvergleich: Durch die Möglichkeit des Vergleichs der Kennzahlen mit Unternehmen aus Ihrer Branche sehen Sie, ob Sie besser oder schlechter als andere Betriebe dastehen und ob Wettbewerber ähnliche Probleme haben.
  • Information für Dritte: Da die BWA die aktuelle Unternehmenssituation widerspiegelt, ist sie für Besprechungen mit Banken (Kreditantrag) oder mit Leasinggesellschaften unerlässlich.

Liegt Ihnen die bei Steuerberatern übliche Auswertung per Datev (Datenverarbeitung und Dienstleistung für den steuerberatenden Beruf eG) vor, sollten Sie vor allem die folgenden drei Standardelemente der BWA unter die Lupe nehmen: die kurzfristige Erfolgsrechnung, die Bewegungsbilanz und die statistische Liquidität. Am besten ist es, wenn Sie mit Ihrem Steuerberater klären, welche Werte für Ihr Unternehmen besonders wichtig sind, damit er Ihnen ein individuelles BWA-Paket schüren kann.

Allerdings hat die BWA auch Schwächen. Beispielsweise erfolgt der Wareneinkauf in vielen Handelsbereichen typischerweise zweimal im Jahr während sich der Abverkauf über einen längeren Zeitraum hinzieht. Folge: In den Einkaufsmonaten weist die BWA große Verluste, in den Verkaufsmonaten überproportionale Gewinne aus.



Die nächsten Schritte



Expertentipps:


  • Auf jeden Fall sollten Sie die BWA ernstnehmen und die wichtigsten Positionen analysieren.
  • Deutet Ihre BWA auf Fehlentwicklungen hin, denen Sie entgegenwirken müssen?
  • Hat sich Ihr Gewinn besser entwickelt als gedacht, sodass es sinnvoll ist, Investitionen vorzuziehen?
  • Sind die Personalkosten in bestimmten Monaten nur wegen der Urlaubs- bzw. Weihnachtsgelder so hoch oder gibt es dafür andere Gründe?
  • Behalte ich den Überblick, obwohl die Raten für mein Darlehenskonto nur einmal im Jahr verbucht werden, oder ist es sinnvoller, Zinsen und Tilgung auf zwölf Monate aufzuteilen?
  • Decken die Barmittel und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die kurzfristigen Verbindlichkeiten ab oder besteht die Gefahr eines Liquiditätsengpasses?
  • Wie stehe ich im Branchenvergleich da? Entsprechende Zahlen gibt es unter anderem bei den Industrie- und Handelskammern.


  • Lassen Sie sich die BWA vom Steuerberater genau erklären. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
  • Liegen die aktuellen Monatserlöse der BWA erheblich unter den Werten des Vorjahres, während die Kosten ähnlich hoch sind, sollten Sie hellhörig werden. Haben Siemöglicherweise vergessen, Rechnungen zu schreiben?
  • Fehler in der BWA zu finden ist relativ einfach. Alle Buchungen sind in Ihrer Buchhaltungssoftware oder der des Steuerberaters registriert und auf Knopfdruck verfügbar.
  • Wenn Sie Ihr kumuliertes vorläufiges Ergebnis durch die Anzahl der bisherigen Monate dividieren und das Ergebnis anschließend mit zwölf multiplizieren, erhalten Sie Ihren voraussichtlichen Jahresgewinn.
  • Bei der Suche nach Vergleichszahlen mit anderen Unternehmen aus Ihrer Branche kann Ihnen am besten Ihre Bank weiterhelfen.

Software & Internettools

Für nicht wenige Unternehmer sind die vielen Zahlen, die die Buchhaltung liefert, ein einziger Salat. Die Folge ist, dass der Überblick fehlt, wie es in der Firma eigentlich aktuell läuft.

Abhilfe verspricht beispielsweise die kostengünstige Software „WISO Kaufmann“. Mit den darin angebotenen Diensten haben Sie zum Beispiel bereits im Vorfeld der Angebotserstellung die Möglichkeit, eine Bonitätsprüfung durchzuführen. Anschließend können Sie per Knopfdruck alle Unterlagen für die Abwicklung des Forderungseinzugs produzieren. Das Ergebnis ist eine korrekte Rechnung, die alle Besonderheiten Ihres Geschäfts berücksichtigt und Schluss macht mit dem Zahlensalat (Servicelink 03-04-07).


Hier erfahren Sie mehr

  • Wie liest man eine BWA? (Servicelink 03-04-01)
  • Controlling – Fit for Business (Servicelink 03-04-02)
  • Betriebswirtschaftliche Auswertung (Servicelink 03-04-03)
  • Bedeutung der BWA im Handwerk (Servicelink 03-04-04)
  • Controlling mittels BWA (Servicelink 03-04-05)
  • Gertrud Deffner: Schnelleinstieg BWA (34,80 Euro) (Servicelink 03-04-06)
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