Abhängigkeit von Lieferanten

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Halte ich mich lieber an einen Lieferanten oder schaue ich zu, dass ich für ein Produkt immer mehrere Lieferanten zur Auswahl habe?

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Für eine gesunde Geschäftsbeziehung ist es sicherlich nicht von Nachteil, wenn eine zu große gegenseitige Abhängigkeit zwischen Kunde und Lieferant vermieden wird. Aus Sicht des Einkäufers ist zudem Wettbewerb unter den Lieferanten von großem Vorteil für die Verhandlungssituation. Wer als Unternehmen von seinen Lieferanten allerdings nicht nur Produkte, sondern auch Know-how kauft, der sollte sich eher auf wenige, aber gute und zuverlässige Lieferanten konzentrieren.




Bei der Zusammenarbeit mit Lieferanten ist es wichtig, drei grundlegende Aspekte des Einkaufs immer im Blick zu behalten:

  • Sie benötigen eine Systematik, nach der Sie gute Lieferanten auswählen können. Klären Sie, was Sie von einem Lieferanten genau erwarten.
  • Entscheiden Sie, mit wie vielen Lieferanten Sie insgesamt zusammenarbeiten wollen.
  • Finden Sie einen Mittelweg zwischen dem Interesse an einem rationellen, kontinuierlichen Geschäftsbetrieb einerseits und der Vermeidung von Abhängigkeit andererseits.

Wie können Sie das erreichen? Ein professionell organisierter Einkauf verfügt über ein System, mit dem die Lieferanten gesteuert und überwacht werden können. Ein solches Lieferantenmanagement-System gibt dann Hinweise auf eventuell zu große Abhängigkeiten oder den Einsatz zu vieler Lieferanten. Es ermöglicht die aktive Gestaltung, Lenkung und Entwicklung der Lieferantenbeziehungen. Im Mittelpunkt steht dabei allerdings nicht primär die Frage nach der Anzahl der Lieferanten, sondern nach ihrer Qualität. Das bedeutet: Je besser die eingesetzten Lieferanten zum eigenen Unternehmen und zu den benötigten Produkten passen, desto weniger sind notwendig. Wer im Einkauf tätig ist, dem sind die Auswirkungen der Zusammenarbeit mit guten und schlechten Lieferanten bestens bekannt. Überall dort, wo Sie als Kunde nicht zufrieden sind, weil Termine nicht eingehalten werden, Produkte nicht der geforderten Qualität entsprechen oder Sie bei Verhandlungen von Ihrem Lieferanten „abserviert“ werden, benötigen Sie einen zweiten oder dritten Lieferanten. Wenn Sie dagegen mit der Geschäftsbeziehung sehr zufrieden sind und Sie durch regelmäßige Überprüfung der Marktsituation auch gute Konditionen erhalten, ist der Aufbau und Einsatz eines weiteren Lieferanten weniger wichtig. Zur Umsetzung dieser Erkenntnis benötigen Sie

  • ein funktionierendes Lieferantenauswahlsystem: Wer passt zum eigenen Unternehmen?
  • ein sinnvolles Lieferantenbeurteilungssystem: Wie gut sind die eingesetzten Lieferanten?
  • eine Lieferantenstrategie: Wie behandle ich meine guten und meine schlechten Lieferanten? Welche Maßnahmen zur Korrektur oder Förderung müssen durchgeführt werden?

Nur wenn Sie alle drei Schritte mit der erforderlichen Professionalität und Ernsthaftigkeit durchführen, werden Sie auf Dauer mit Ihrer Lieferantensituation glücklich werden.



Die nächsten Schritte



Expertentipps:


  • Bestimmen Sie Ihre Kriterien zur Lieferantenauswahl.
  • Überprüfen Sie Ihre derzeitigen Lieferanten anhand dieser Auswahlkriterien.
  • Beurteilen Sie Ihre Lieferanten anhand von Leistungsparametern (zum Beispiel Liefertermintreue, Liefermengentreue, Lieferqualität, Zuverlässigkeit in Aussagen und Gesamtkosteneindruck).
  • Kümmern Sie sich immer um mögliche neue Lieferquellen.


  • Lieferanten sind zwar sehr wichtig, aber vergessen Sie nicht, wer der Kunde ist.
  • Jeder Lieferant ist austauschbar. Das ist immer nur eine Frage der Kosten.
  • Ihre Kunden definieren die Anforderungen, die Sie an Ihre Lieferanten weitergeben müssen.
  • Entscheiden Sie, wie Sie mit unbefriedigenden Leistungen umgehen. Handeln Sie, denn sonst wird nichts passieren und Sie werden weiterhin schlechte Leistungen erhalten.
  • Geben Sie sich nicht mit dem Mittelmaß zufrieden, sondern versuchen Sie Ihre Lieferanten immer dazu zu bewegen, das Beste zu geben.
  • Sorgen Sie stets dafür, dass Sie immer einen zweiten Lieferanten für jede wichtige einzukaufende Leistung in der Hinterhand haben.

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