Überziehungskredit
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Mein Umsatz als Einzelhändler beträgt 300.000 Euro pro Jahr, mein Konto darf ich aber nur bis 5.000 Euro überziehen. Da stimmt doch was nicht, oder? |
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| Sie haben Recht: Das ist in der Tat ein Missverhältnis. Sie erkennen daran, dass Umsatzhöhe nicht das einzige Entscheidungskriterium für das Kreditlimit ist. Das Vertrauen der Bank in Ihre Kreditwürdigkeit hält sich offenbar in Grenzen. Das muss aber kein Schaden sein: Ein hoher Kontokorrentkredit ist kein Selbstzweck, dafür ist er viel zu teuer. Prüfen Sie lieber, welche günstigeren Finanzierungsmöglichkeiten es für Sie gibt. |
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Ein Überziehungskredit, genauer gesagt: „Kontokorrentkredit“ ist zweifellos eine praktische Sache: Bei finanziellen Engpässen darf das Geschäftskonto bis zu einem bestimmten Betrag ins Minus laufen, ohne dass dafür im Einzelfall die Zustimmung der Bank erforderlich ist. Dabei wird immer nur der tatsächlich in Anspruch genommene Betrag verzinst. Bearbeitungs- oder Bereitstellungsgebühren sollten normalerweise nicht anfallen. Vielfach drücken die Banken darüber hinaus sogar ein Auge zu, wenn die vereinbarte Kreditlinie überschritten wird – sie tun das natürlich nicht ohne Eigennutz. Ihre flexiblen „Kredite auf Zuruf“ lassen sich die Geldinstitute teuer genug bezahlen: Mit Zinsen von um die zwölf Prozent und mehr liegen die Sätze für Kontokorrentkredite mehr als doppelt so hoch wie marktübliche Darlehenszinsen. Wer seinen Kontokorrentkredit darüber hinaus mit Duldung der Bank überzieht, muss sogar mit bis zu 20 Prozent Zinsen rechnen! Hinzu kommt, dass Sie sich bei dieser Finanzierungsform in ganz besonders hoher Abhängigkeit von Ihrem Geldgeber befinden: Denn anders als bei einem Darlehen darf die Bank ihre Kreditzusage jederzeit kündigen und kurzfristig den Ausgleich des Kontos verlangen. Grund genug, Überziehungen nicht zur Dauerlösung werden zu lassen und den Kontokorrentkredit nur für geeignete Zwecke einzusetzen, insbesondere für
Zur Finanzierung langfristig genutzter Investitionen (zum Beispiel Kauf eines Lieferwagens oder einer neuen Verkaufstheke) sind Überziehungskredite völlig ungeeignet. Auch wenn Ihr Geschäftskonto durch die Beschaffung Ihrer Handelswaren oder laufende Betriebsausgaben ständig ins Minus rutscht, ist der Kontokorrent auf Dauer nicht das passende Instrument: In solchen Fällen sollten Sie besser einen realistischen Liquiditätsplan erstellen und mit der Bank über einen langfristigen Betriebsmittelkredit verhandeln. Der deckt dann auch jahreszeitliche Finanzierungsengpässe ab. Bevor Sie vorhandene Sicherheiten für eine spürbare Ausweitung Ihres Kontokorrentkredits verschwenden, fragen Sie bei Ihrer Bank also lieber nach speziellen Betriebsmittelkrediten. So gibt es zum Beispiel den „Unternehmerkredit“ der KfW-Mittelstandsbank auch in einer Betriebsmittelvariante. Junge Unternehmen können außerdem Förderprogramme wie etwa das KfW-„StartGeld“ zur Finanzierung des Umlaufvermögens einsetzen. Zwar sind dafür in der Regel ebenfalls Sicherheiten erforderlich, doch die Banken sind mit der Vergabe erfahrungsgemäß freigebiger, weil 80 Prozent des Ausfallrisikos von der Förderbank übernommen werden. Die Antragstellung erfolgt unabhängig davon in jedem Fall über Ihre Hausbank. |
Software & Internettools
Wenn Sie sich schnell einen Überblick darüber verschaffen wollen, welches Programm für Ihre Zwecke sinnvoll und welches am günstigsten ist, dann sollten Sie einen Blick auf den Online-Finanzierungsplaner des Bundeswirtschaftsministeriums werfen (Servicelink 02-02-06). Auf der Grundlage einiger weniger Angaben zu Ihrem Finanzierungsvorhaben (Art und Umfang der Finanzierung, Gründungszeitpunkt, Standort und Eigenkapital) erfahren Sie dort im Handumdrehen, welche Kreditvariante für Ihre Situation am besten geeignet ist.
Hier erfahren Sie mehr
- GründerZeiten Nr. 31: Liquidität (PDF) (Servicelink 02-02-01)
- GründerZeiten Nr. 7: Kapitalbedarf und Rentabilität (PDF) (Servicelink 02-02-02)
- KfW-Mittelstandsbank: Mikrodarlehen (Servicelink 02-02-03)
- KfW-Mittelstandsbank: StartGeld (Servicelink 02-02-04)
- KfW-Unternehmerkredit: Betriebsmittelvariante (Servicelink 02-02-05
Weiterlesen
- Unternehmer-Wiki: "Finanz- und Liquiditätsplanung"
- Unternehmer-Wiki: "Zahlen und Daten für die Bank"

